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Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Landschaft
Maritime Motive

Art. Nr.: 10
JOSEF FLOCH Wien 1894 – 1977 New York
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CHANNEL, 1958

Öl auf Leinwand, 36 x 66,5 cm
Signiert rechts unten: Floch

Über Josef Flochs Hafenansichten lässt sich die Position vorliegender Arbeit innerhalb seines Œuvres stilistisch nachvollziehen. Ausgehend von dem 1926 entstandenen Hafen mit Segelbooten (WVZ 104), bei dem zwei Aspekte prägend sind: der an Cézanne orientierte Bildaufbau und die dem Licht Südfrankreichs angepasste Farbpalette.

Detailfreudiger als in späteren Arbeiten bestimmen die ineinander verschachtelten Häuser die Bildmitte der Komposition. Mitte der 40er Jahre gewinnt die Auseinandersetzung mit der Abstraktion an Bedeutung, dennoch bleibt die Architektur maßgebend: In den um die Mitte der 50er Jahre entstandenen Serien „Fischerboote in Honfleur“ (u.a. WVZ 497, 498) oder „Docks in Cherbourg“ (WVZ 549, 550) bestimmen Vertikale und Horizontale den Bildaufbau. Die Strenge wird über die Kurven eines Schiffsbuges oder einer Gebäudestruktur entschärft. Das Couleur ist elegant, aber kräftig.

In der Hafenansicht „Portofino“ (WVZ 547) von 1956 avanciert die Farbe schließlich zum eigenständigen, die Architektur nahezu überlagernden Element. Das 1958 ausgeführte „Channel“ markiert den nächsten Schritt auf dem Weg zu weiterer Abstraktion. Er führt über einen deutlichen, die Komposition akzentuierenden Abbau einer auf Zwischentöne reduzierten Palette. Die rechts liegende Gebäudegruppe hat die Funktion eines Statisten, ist allenfalls als Accessoire der Natur zu verstehen. Das Zentrum befindet sich nicht am Horizont, wie die Wasserschneisen auf den ersten Blick andeuten mögen. Der Weg ist im wahrsten Sinn des Wortes das Ziel. Das tatsächliche Herz dieses Kunstwerkes ist der in einem perspektivischen Kraftakt festgehaltene „Channel“, die Landschaft pure Architektur.
Olga Kronsteiner

Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk 1894 – 1977. Österreichischer Kunst – und Kulturverlag. Wien 2000, Farbabb. S. 353, WVZ Nr. 611.

CHANNEL, 1958
Oil on canvas, 36 x 66.5 cm
Signed (lower right): Floch

The position of this work in Josef Floch’s oeuvre can be traced stylistically by studying the artist’s harbour scenes. These depictions go back to the Harbour with Sailing-Boats (WVZ 104), painted in 1926, in which there were two decisive aspects: the picture structure based on Cézanne and the palette attuned to the light of the South of France. Revealing greater detail than later works, the interlocked houses dominate the centre of the composition. In the middle of the 1940s, his study of abstract art gained in importance although architecture remained the decisive element. In the series Fishing Boats in Honfleur painted in the middle of the 1950s (e.g. WVZ 497, 498) or Docks in Cherbourg (WVZ 549, 550), verticals and horizontals determine the picture’s structure. This stringent composition is eased by the curves of a bow or structure of a building. The colours are elegant but bold. In the harbour scene Portofino (WVZ 547) of 1956, colour finally advanced to become an independent element that almost seems to be draped over the architecture. Channel of 1958 marks the next step on the way to abstraction. It leads to a clearly reduced palette of nuanced shades, which accentuates the composition. The group of buildings on the right is like a bystander and at most can be seen as an accessory to nature. The centre is not on the horizon, as the channel seems to suggest at first glance. The (eye’s) journey is, quite literally, the reward. The real heart of this artwork is the channel captured as a feat of perspective, the landscape as pure architecture.

Olga Kronsteiner

Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk 1894 – 1977. Österreichischer Kunst – und Kulturverlag. Wien 2000, WVZ Nr. 611, Farbabb. S. 353.


Preis: nicht vermerkt


Band 11
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