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Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Grafik
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Erotik, Akte

Art. Nr.: 14
ERNST LUDWIG KIRCHNER Aschaffenburg 1880 – 1938 Frauenkirch bei Davos
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BADENDE AN DEN MORITZBURGER SEEN (Verso: SITZENDE MARCELLA), 1909

Tusche auf Papier, 463 x 340 mm
Signiert und datiert links unten mit violettem Farbstift: EL Kirchner 08

„Das zentrale Thema Kirchners .. wurde die Erotik des weiblichen Aktes“, so resümierte der Kunstsammler Hermann Gerlinger 1995 zutreffend. Kirchners Weg begann mit den „Viertelstundenakten“, zu denen sich die Künstlergruppe „Brücke“ traf.

Auf dem Höhepunkt der schöpferischen Gemeinsamkeiten in den Sommermonaten der Jahre 1909 bis 1911 arbeiteten Kirchner, Heckel und Pechstein zusammen an den Moritzburger Teichen, nördlich von Dresden. Sie skizzierten, aquarellierten, malten und zeichneten den „weiblichen Akt in freier Natur“.

Kirchners Schaffenskraft entsprang eine Fülle herrlicher Blätter. Darunter das unmittelbar und unverfälscht erfasste Seh-Ereignis, bei dem im nahen Wald drei Akte unter einem Baum auf einer Decke lagern. Im Hintergrund zwei weitere Figuren. Das kleine Mädchen mit einer Schleife im Haar dürfte „Fränzi“ Fehrmann sein, das berühmte Kindmodell.

„Geboren in der Ekstase des ersten Sehens.“ So hat Ernst Ludwig Kirchner die Situation umrissen, in der solche skizzenhaft verdichteten Zeichnungen entstanden. Nicht die vorsichtige, genaue Wiedergabe stand im Mittelpunkt. Was er einfangen wollte, war bestimmt von Atmosphäre, Rhythmus, kompositorischer Spannung. Wie wichtig Kirchner das Gesehene und Erlebte war, zeigt sich daran, dass er ein zweites Blatt der Szene schuf, diesmal mit Farbkreiden und Kohle.

Skizzierend und zeichnend eignete er sich eine künstlerische Sicherheit an, in der er alles gestalten und in eine eigene „Handschrift“ verwandeln konnte. Die gefundenen Kürzel nannte er „Hieroglyphen“. Kirchner hat das vorliegende Blatt unten links signiert und auf 1908 datiert – eine typische Frühdatierung.
Gerd Presler

Literatur: Magdalena M. Moeller: Von Dresden nach Davos. Ernst Ludwig Kirchner. Zeichnungen. Hirmer Verlag. München 2004.

BATHERS BY THE MORITZBURG LAKES (Verso: MARCELLA SHOWN SEATED), 1909
Ink on paper, 463 x 340 mm
Signed and dated (lower left) with a purple crayon: EL Kirchner 08

‘Kirchner’s central theme … became the eroticism of the female nude’, is how the collector Hermann Gerlinger aptly summed up the artist’s work in 1995. Working with the other artists from the ‘Brücke’, Kirchner started off by drawing ‘quarter hour nudes’. It was in the summers of 1909 to 1911 that Kirchner, Heckel and Pechstein worked together most intensively at the Moritzburg Lakes to the north of Dresden. They sketched, drew and painted the ‘female nude in the open’ and Kirchner produced an abundance of beautiful works. These include this image of an immediate and unaltered visual experience showing three nudes lying on a blanket under a tree in the nearby forest. In the background there are two other figures. The little girl with a bow in her hair is probably ‘Fränzi’ Fehrmann, the famous child model.
Ernst Ludwig Kirchner said that these sketchy, concise drawings were ‘created in the ecstasy of first sight’. His objective was not a careful and precise representation but what he aimed to capture was dictated by atmosphere, rhythm and tension in the composition. The importance Kirchner attached to what he saw and experienced is demonstrated by the fact that he drew a second drawing of the scene, this time in crayon and charcoal. By sketching and drawing he acquired an assured hand in which he could compose everything and transform it into his own ‘signature style’. He called these abbreviations his ‘hieroglyphs’. Kirchner signed this drawing on the lower left and dated it 1908 – a typical predated work by the artist.

Gerd Presler

Literatur: Magdalena M. Moeller: Von Dresden nach Davos. Ernst Ludwig Kirchner. Zeichnungen. Hirmer Verlag. München 2004.


Preis: nicht vermerkt


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