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Art. Nr.:
Luca Faccio, geboren in Genua 29.01.1969 lebt und arbeitet seit 1995 in Wien
DPRK, Pyongyang #001
2006, C-Print, 75 x 50 cm
nummeriert und handsiginiert
Auflage: 25 + II
Am 15. April wird in Nordkorea der Geburtstag des verstorbenen und ewigen Staatschefs Kim Il Sung in Pyongyang gefeiert. Mehr als 150.000 Frauen tanzen dabei, in prachtvoller und farbenfroher Kleidung, am Hauptplatz von Pyongyang; der gleiche Platz, an dem normalerweise Militärparaden stattfinden. Auf der Tribüne befanden sich ca. 200 ausländische Gäste und mehrere Sicherheitsbeamte, die das Farbspektakel mit großer Aufmerksamkeit verfolgten. 4 Damen in Uniform haben mich beim Fotografieren beobachtet und mir dabei freundlich und offen zugelächelt. Für einen kurzen Moment konnte ich vergessen, wo ich war, denn diese natürliche und menschliche Ausstrahlung begegnet einem nicht oft in diesem Land. (Luca Faccio 2006)
Die Demokratische Volksrepublik Korea ist ein Land, von dem es so gut wie keine Bilder gibt – außer den offiziellen. Ihr Bild ist im Rest der Welt ein Propagandabild eines der letzten Regime stalinistischer Prägung. Ihre Grenzen sind für Reisende wie für Journalisten seit 54 Jahren fast ausnahmslos geschlossen. Wem Einlass gewährt wird, darf sich einer permanenten ideologiekundigen Begleitung erfreuen.
Für den seit mehreren Jahren in Wien lebenden Fotografen Luca Faccio war dies Herausforderung genug, diese Barriere zu durchbrechen. Nach dreijähriger Insistenz erhielt er 2005 ein zweiwöchiges Reisevisum. Auch wenn er die Wahl der Motive niemals frei treffen konnte, traf der subjektive Blick des Fotografen erheblich weiter als der offizielle. So wurde die Instrumentalisierung der Massen durch das Regime während gigantischer Spektakel nur der Rahmen seines Blickes. Inmitten und außerhalb der Räume der Repräsentation suchte er nach Momenten des Privaten.
Zum Werk des Künstlers
In seinen Arbeiten werden die Möglichkeiten und Grenzen der fotografischer Bildpraxis im Sinne divergenter Betrachtung von (globalen) Realitäten und deren Konflikten, abseits der Tektonik der Massenmedien, thematisiert.
Die Bilder von Faccio dokumentieren Monumentales, Inszeniertes, den Menschen organisiert als Masse – und sie zeigen Menschen aus der Nähe, in der U-Bahn, beim Spaziergang, während der Paraden, portraithaft. In Pyongyang wurden diese „privaten“ Aufnahmen präsentiert, nicht ohne vorherigen Widerstand von offizieller Seite: „Wir denken, dass die 2 Bilder - Foto von Bronzestatue des Präsidenten Kim Il Sung und das Portrait vom Grossen Führer Genossen Kim Il Sung und dem geliebten Führer Genossen Kim Jong Il als Hauptbilder der Ausstellung – anpassend sind. Die Portraits sollen rein von den beiden Staatsführern sein, nicht von den Menschen...“.
Zur Arbeit von Luca Faccio finden Sie den ausführlichen Bild/Textbeitrag Image transfers – Pyongyang/Wien (Autor: Marius Babias) in EIKON Sonderdruck #12, 2006.
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