(Linz 1938 - 1996 Linz) Ohne Titel Tusche auf Papier 106 x 125,5 cm (Blattgröße) Signiert links unten: Zechyr
Obwohl sich Othmar Zechyr in seinem Werk auf die Druckgraphik und Zeichnung beschränkte, war seine künstlerische Grunddisposition zutiefst skulptural und architektonisch intendiert. Entsprechende Anregungen hatte er in den sechziger Jahren erhalten. Getragen von der damaligen "ästhetischen, formalen und weltanschaulichen Revolution" (Jan Tabor), die in der Wiener Kunst und Architektur die Vorstellungen von Raum, Architektur und Urbanismus ekstatisch auflud und in eine Sphäre von Utopie, Künstlichkeit und Science fiction führte, stieß Zechyr mit seinen Zeichnungen und Druckgraphiken in ein Experimentierfeld, das gleichzeitig auch von skulpturalen und architektonischen Positionen entdeckt und lustvoll erprobt wurde. Trotz vieler Übereinstimmungen mit Architekturentwürfen der späten sechziger Jahre stellte die archaische Aufladung seiner utopischen zeichnerischen Entwürfe das erste wesentliche Unterscheidungsmerkmal dar. Zechyr gelang es, Visionen durch Archetypen begrifflich werden zu lassen und mit Natur- sowie chiffrierten Gegenwartsbezügen gleichsam zu radikalisieren. Zweitens unterschied sich Zechyr durch die Isolierung des Individuums als speziellem Rezeptionsphänomen von den in der Architektur angestrebten kollektiven Erlebnismomenten. Zechyr traf Existenzielles. Dabei war es letztlich egal, ob er seine Monumente aus Maschinen, Architekturen oder Landschaftsformen ableitete bzw. ob er Monumentales aus graphischen Verdichtungen schuf. Besonders signifikant vermittelte sich das Zusammengehen von Architektur, Landschaft und Monument in den für Zechyr charakteristischen Hügeln und Bergen.