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Art. Nr.: 17
Helene Funke
(Chemnitz 1869–1957 Wien) “Am Meer in Frankreich”, 1908/1910, signiert Paris Helene Funke sowie auf der Rückseite von der Künstlerin beschriftet: Am Meer in Frankreich H. Funke, Stempel: Dieses Kunstwerk darf bis zum 5. IV. 1935 (in Handschrift eingefügt) nicht verkauft werden Ausstellungsleitung Kunst ins Volk, Öl auf Leinwand, 60 x 73 cm, gerahmt, (K)
Provenienz:
Privatbesitz, Wien
Bemerkenswert ist, dass Helene Funke in keiner der bekannten Darstellungen und Erinnerungen der deutschen Künstler in Paris in jenen Jahren erwähnt wird. Bekannt ist nur, dass sie mit Martha Hofrichter, einer Malerin aus Wien, befreundet war, dass beide im Dezember 1906 der “Societé des Artistes Indépendants” in Paris beitraten und auch beide in deren Salon und im “Salon d’Automne” ausstellten. Alle Recherchen weisen darauf, dass Helene Funke, abgesehen von dieser Freundschaft mit Martha Hofrichter, weitgehend unabhängig und selbständig sein wollte und war.
Was von verschiedenen Seiten über diese Zeit und Funkes Verbindungen zu anderen Künstlern berichtet wird, ist nicht belegt. So können wir lesen, dass sie den gleichaltrigen Henri Matisse nicht nur gekannt habe, sondern auch mit ihm befreundet gewesen sei. Doch seine Biographin, Hilary Spurling, konnte dies nicht bestätigen. Da Helene Funke 1907, 1910 und 1911 in den Ausstellungen des “Salon des Indépendants” in Paris ausstellte, jener Konkurrenzveranstaltung zu dem traditionellen “Salon d’Automne”, die von den Fauves mit Henri Matisse veranstaltet wurde, kann jedoch davon ausgegangen werden, dass Funke Matisse und die anderen Vertreter der Fauves nicht nur kannte, sondern ihnen auch begegnet war. Was fehlt, sind Belege über engere Kontakte oder Freundschaften.
Dass sie nicht nur in Paris lebte, belegen Bilder aus dem Mittelmeerraum und aus der Bretagne. Noch später, in den 1920er Jahren, malte sie im Atelier in Wien “voller Sehnsucht ... Landschaften aus dem Süden”, wohin sie aus Geldmangel nicht mehr reisen konnte. Fest steht, dass sie lange in Paris wohnte und noch bis 1913 immer wieder nach Paris zurückkehrte.
Peter Funke - Helene Funke, Lentos Kunstmuseum Linz, 2007, Seite 30
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