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Art. Nr.: 7
Egon Schiele
(Tulln 1890–1918 Wien) Häuser in Krumau, auf der Rückseite Stempel: Nachlass Egon Schiele, Bleistift auf Papier, 45,6 x 28,2 cm, gerahmt, (K)
Gutachten:
Prof. Dr. Rudolf Leopold, Wien, 28. März 2008
Auf dem Blatt sieht man eine Häuserpartie aus Krumau, die Egon Schiele 1916 mit weichem Bleistift zeichnete. Diese Arbeit ist zwar nicht signiert, trägt aber auf der Rückseite den originalen Nachlass-Stempel. Jane Kallir bildet in ihrem Schiele-Werkkatalog unter Nr.2502 eine Darstellung derselben Häuserpartie ab und hält diese Zeichnung in “colored crayon” als auch die Signatur mit der Datierung “1918” als von Schiele stammend.
Maßangaben fehlen bei Kallir. Als Provenienz gibt sie B. F. Dolbin an, der bekanntlich viele Arbeiten Schieles auf Papier nachzeichnete-also fälschte! Er versah sie jeweils mit Datierungen “1917” oder “1918”, weil in den Jahrzehnten nach Schieles Tod die Arbeiten aus seiner Spätzeit höher bewertet wurden. Ich selbst habe zahlreiche derartige Fälschungen Dolbins untersuchen können. Auch hat Schiele in den für ihn typischen Phasen, also von etwa Mitte 1910 bis Herbst 1918 nie mit farbigen Kreiden gearbeitet, wie sie die von Kallir reproduzierte Fälschung aufweist. Die vom Dorotheum angebotene Arbeit ist dagegen zweifellos ein Original von Egon Schiele. Auch hat sie dieser eindeutig im Jahre 1916 ausgeführt.
Provenienz:
Privatbesitz, Portugal; Privatbesitz, Wien
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