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Art. Nr.: 128
Hofer, Karl
1878 Karlsruhe - 1955 Berlin
Am grünen Tisch
Um 1950. Öl auf Leinwand. 85 x 110cm. Rückseitig bezeichnet: K Hofer am grünen Tisch. Rahmen.
Auf der Rückseite befinden sich Aufkleber der Baukunst Galerie, Köln sowie von Kunsthandel Köhrmann Nachlass Hofer.
Provenienz: Nachlass Hofer Witwe Liesbeth Hofer Erben
Ausstellungen: Karl Hofer, Tischgesellschaft, Museum der Bildenden Künste, Leipzig 1992
Literatur: WVZ. Karl Bernhard Wohlert, Karl Hofer. Werkverzeichnis der Gemälde, Bd. 3, Hrsg. v. Van Ham Art Publications, Köln 2008, Nr. 2319. Renate Hartleb, Karl Heinz Mehnert, Tischgesellschaft, Ausst.-Kat. Museum der Bildenden Künste, Leipzig 1992, S. 47 (Abb.), S. 54 (Nr. 53)
Die Nachkriegszeit war für Karl Hofer keine einfache Zeit. Er sah sich Anfeindungen ausgesetzt, die auf seinem Beharren auf realistische Gegenständlichkeit beruhten. Er wurde zum öffentlichen Feindbild der Verfechter der Abstraktion. Besonders hart dürften für Hofer die Anfeindungen von Will Grohmann gewesen sein, hatte er ihn doch selbst an die Westberliner Kunsthochschule berufen. Die Debatte Grohmann-Hofer der 1950er Jahre ist als unrühmliche Kontroverse in die Annalen eingegangen. In seinem Gemälde "Am grünen Tisch" thematisiert Hofer, ins Symbolische überhöht, diese Auseinandersetzung. Er zeigt grotesk deformierte Gestalten mit geschwollenem Kamm am lebensfernen, buchstäblich "grünen Tisch" als Bühne der Selbstdarstellung. Zu diesem Zeitpunkt nimmt Hofer die Auseinandersetzung noch mit der ihm eigenen Ironie. In einem Brief an seinen Schüler Wilhelm Wesser schreibt Hofer: "Es wird heute zu viel geschwätzt über Kunst, und recht dummes Zeug. Wir haben aber nun zu arbeiten und unser Wesen darzustellen." (Vgl. Renate Hartleb, Karl Heinz Mehnert, Tischgesellschaft, Ausst.-Kat. Museum der Bildenden Künste, Leipzig 1992, S. 14)
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