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Art. Nr.: 8150
Kollwitz, Käthe
Tod wird als Freund erkannt
Tod wird als Freund erkannt. Kohle auf glattem Papier. Wz. "Progress". (Ca 1937). 48,3 x 40,7 cm (Blattgröße). Nagel/Timm 1256. Gegenseitiger Entwurf zu der gleichnamigen Lithographie, die als Blatt 6 der Folge "Tod" entstanden ist (Knesebeck 271). Knesebeck bemerkt zur Todesfolge, dass entgegen der Anmerkungen von Klipstein nur die ersten vier sowie das siebte Blatt des Zyklus 1934 vollendet gewesen seien. Nr. 5, 6 und 8 seien dagegen erst nach 1934 entstanden. Demzufolge wird auch die vorliegende Zeichnung, gemäß der Lithographie, um das Jahr 1937 zu datieren sein. Rückseitig mit den Bleistiftbezeichnungen des Sohnes "Aus dem Nachlaß Käthe Kollwitz/ Hans Kollwitz" sowie "Eigentum von Ottilie Kollwitz/ Hans Kollwitz". Am Oberrand des Blattes von Käthe Kollwitz bezeichnet "Callweit Frl. Beißer schwanger Spandau." Sowohl der Ton als auch die Oberfläche und die Beschaffenheit des ganzen Bogens, der deutlichere Gebrauchsspuren aufweist, deuten auf den experimentellen Charakter der Zeichnung hin, die Kollwitz möglicherweise als Umdruckzeichnung für eine Graphik verwenden wollte. Die schließlich gedruckte Fassung weicht von der Zeichnung verschiedentlich ab: während bei der Lithographie der Tod stärker betont wird, verdankt die Zeichnung ihre Intensität sicherlich dem nachträglich aufgebrachten, kräftigen Kontur, einem Stilmittel, das häufig in Zeichnungen der Künstlerin zu beobachten ist. Kollwitz unterstreicht damit auf eindrucksvolle Weise die Hast der Bewegung und den Gesichtsausdruck der Frau, in dem sich die Auffassung vom Tod als Erlöser widerspiegelt. Das Thema Tod nimmt im künstlerischen Schaffen Kollwitz' schon früh eine zentrale Stellung ein, immer wieder wurde die Künstlerin mit ihm konfrontiert: drei Geschwister starben, als Ehefrau eines Arztes erlebte sie die Not und das Elend der Bevölkerung hautnah. Sie verlor ihren ersten Sohn Peter im Ersten Weltkrieg und ihren Enkel Peter im Zweiten. Und doch drängte sie es am Ende, den Tod nochmals in einer ganzen Folge zu thematisieren, was gewissermaßen auch eine Pflichtveranstaltung der Künstler in der damaligen Zeit war. "In mir gewaltsames Drängen mich zusammenzuraffen. (...) zum Tod muß ich noch Blätter machen. Muß muß muß!" (Tagebücher, 13. Februar 1927). "Ich hatte die Vorstellung, jetzt im wirklichen Alter würde ich vielleicht Arbeiten zustande bringen - zu diesem Thema - die in die Tiefe gehen. Wie der alte Goethe sagt: 'Gedanken, bisher undenkbare...'" (Tagebücher, August 1934, S. 677 f.). Provenienz: Ehemals Privatbesitz Köln.
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