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VORBERICHT

Auktion am 24./25.10.08
Modern Art / Kunst nach 45

VORBERICHT

Auktion am 25.10.2008
Alte und Neuere Meister / Maritime Kunst
 
 
Auktionskalender

Ketterer Kunst GmbH & Co KG, D-81675 München, Website öffnen

ACHTUNG - die Auktion fand bereits am 04./05.06.2008 statt! Etwaige Nachverkaufsstücke erfragen Sie bitte direkt beim Auktionshaus Ketterer.

Auktionsobjekt
Auktionsdatum: Nachauktion:
04. 06. 2008 - 04. 08. 2008

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
zeitgenössische Kunst (1945 - heute)

Art. Nr.: 336
Niki de Saint Phalle
Niki de Saint Phalle (1930 Neuilly-sur-Seine - 2002 San Diego/Kalifornien). Dragon. Um 1974 Multiple . Polyester, bemalt. Mit dem Namenszug 'Niki' und dem Editionsvermerk 'Plastique d'Art - R. Haligon'. Eines von 8 Exemplaren. Selten. 51,7 x 75 cm (20,3 x 29,5 in). Die einzelnen Exemplare der Auflage unterscheiden sich durch eine jeweils andere farbliche GestaltungProvenienz: Privatsammlung Belgien. Die in New York aufgewachsene Malerin und Bildhauerin Niki de Saint Phalle, geboren 1930 in Neuilly-sur-Seine, heiratet bereits mit achtzehn Jahren den amerikanischen Schriftsteller Harry Matthews. Nach ihrer Scheidung lebt sie ab 1960 mit dem Bildhauer Jean Tinguely zusammen und wird durch ihn Mitglied der Pariser Künstlergruppe 'Nouveaux Réalistes'. In den Gruppenausstellungen präsentiert sie erstmals ihre Schießbilder: Auf eine mit Spachtelmasse pastos strukturierte Leinwand schießt Niki de Saint Phalle mit einem Gewehr Farbkugeln, die beim Aufprall zerplatzen und das Relief damit kolorieren. Der aggressive Akt des Schießens dient der Künstlerin zur Aufarbeitung ihrer problematischen Vaterbeziehung. Berühmt wird Niki de Saint Phalle durch ihre Nanas, die ab 1964 entstehen. Die drallen, bunten Frauengestalten, die zunächst aus Wolle, Garn, Pappmaché und Drahtgerüsten entstehen, später aus Polyester sind, möchte die Künstlerin als fröhliche, befreite Frauen und Vorbotinnen eines neuen matriarchalischen Zeitalters verstanden wissen. Nanas stehen z. B. am Leineufer in Hannover, wo sie 1969 eine ihrer ersten spektakulären Einzelausstellungen hat. Der Drache ist für Niki de Saint Phalle zunächst eine Figur, in der sich ihre persönlichen Ängste und Abgründe manifestieren. Die Drachen, die in den frühen 1960er Jahren entstehen, sind daher grimmige Monster mit gefährlichen Reißzähnen. Sie durchlebt und bearbeitet das Negative und gelangt so schließlich zu einer neuen positiveren Lebenseinstellung. Neue Figuren, die fröhlichen Nanas, entstehen und alte Figuren verwandeln sich. So ist auch unser Drache nun ein positives Wesen, bunt, fröhlich und - ohne seine Zähne - vollkommen harmlos. Ihr größtes Projekt ist der 1979 begonnene Tarot-Garten in der Toskana, der eine ganze Landschaft mit begehbaren Nanas besiedelt. Niki de Saint Phalle ist seit den 1950er Jahren auf zahlreichen internationalen Ausstellungen vertreten und gilt als die Künstlerin, die das weibliche Lebensprinzip als bestimmendes Thema in die Kunstgeschichte einführt. Am 22. Mai 2002 stirbt Niki de Saint Phalle an einem Lungenemphysem infolge der langjährigen künstlerischen Arbeit unter den gefährlichen Polyesterdämpfen. [ME] Guter, farbfrischer Gesamteindruck. Vor allem im Bereich der schwarzen Flächen mit minimalem Craquelé, dort vereinzelt mit winzigen Farbabplatzungen, teils retuschiert. Zunge mit drei restaurierten Bruchstellen, den Gesamteindruck nicht beeinträchtigend. Insgesamt minimal angestaubt bzw. berieben.
Ausrufungspreis: € 55.000,00

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