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Art. Nr.: 324
Fritz Winter
Fritz Winter (1905 Altenbögge - 1976 Herrsching am Ammersee). Ohne Titel (Räume Vertikal Rot). 1966 Öl auf Leinwand .Lohberg 2576. Rechts unten signiert und datiert. Verso signiert, datiert und betitelt.251 x 205,5 cm (98,8 x 80,9 in). Provenienz: Galerie Gunzenhauser, München.Privatsammlung Süddeutschland. Am 22. September 1905 wird Fritz Winter in Altenbögge bei Unna geboren. Anfang der zwanziger Jahre entstehen erste zeichnerische und malerische Versuche. 1927 bewirbt sich Fritz Winter erfolgreich am Bauhaus in Dessau und studiert dort die folgenden drei Jahre unter anderem bei Klee, Kandinsky, Albers und Schlemmer. 1929 nimmt er an der Ausstellung 'Junge Bauhausmaler' teil. Er macht die Bekanntschaft von Ernst Ludwig Kirchner, den er wiederholt in Davos besuchen wird. Nach seinem Studium unterrichtet Winter an der Pädagogischen Akademie in Halle. 1933 folgt ein Umzug nach München, 1935 ein weiterer nach Dießen am Ammersee. Die Nationalsozialisten erklären seine Kunst als entartet und Winter erhält Malverbot. Bereits 1939 als Soldat eingezogen, gerät er kurz vor Kriegsende in russische Gefangenschaft, aus der er erst 1949 entlassen wird. Nach seiner Heimkehr ist Fritz Winter Gründungsmitglied der Gruppe 'Zen 49' und findet schnell Anschluss an die europäische Avantgarde. Im Rückgriff auf seine vom Bauhaus beeinflussten Arbeiten der 1930er Jahre entwickelt der Künstler eine eigene Formensprache, die ihm neben dem Informel eine Sonderstellung zuweist. Ab 1953 ist Winter Gastdozent an der Landeskunstschule Hamburg, zwei Jahre später erhält er eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel. 1955 und 1959 ist er auf der Documenta I und II vertreten. Winter wird, auch international, mit zahlreichen Preisen geehrt. Zum 60. Geburtstag 1965 ehrt man den Künstler mit einer großen Retrospektive in verschiedenen Städten Deutschlands. Angelehnt an die Kompositionen aus der Mitte der 1950er Jahre wertet Fritz Winter in einer Reihe von Bildern zwischen 1961 und 1975 die damalige Hintergrundgestaltung zum alleinigen Thema auf. In farbiger Vielfalt erscheinen über- und nebeneinander gesetzte, langgestreckte unregelmäßige Rechtecke, die an ihren Rändern verschwimmen und zerfasern. Sie bilden ein geschlossenes System von Farbbändern, wobei die angestrebte Farbharmonie meist von einem Farbwert getragen wird, den ein Kontrastton begleitet und in seiner Wirkung unterstützt. In unserer beeindruckenden, großformatigen Arbeit kommt diese Aufgabe der vertikalen roten Ader zu, die die kühlen Blautöne in besonderem Maße zum Leuchten bringt und das Vor- und Zurückspringen der Farbflächen in verschiedenen Ebenen sichtbar macht. 1969 erhält Winter das Große Bundesverdienstkreuz, 1970 erfolgt die Emeritierung in Kassel. 1975 wird in Ahlen das Fritz-Winter-Haus eröffnet. Am 1. Oktober 1976 stirbt Fritz Winter in Herrsching am Ammersee. Schon zu Lebzeiten zählt der Maler zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. [NB] An den Rändern kaum merklich berieben. Vereinzelte minimale Kratz- und Bereibungsspuren. Ingesamt in guter Erhaltung.
Ausrufungspreis: € 70.000,00
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