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Art. Nr.:
SÜDTIROLER KIRCHE, um 1920/25
ALFONS WALDE Oberndorf 1891 – 1958 Kitzbühel
Öl auf Karton, 12 x 9 cm
Monogrammiert rechts unten: AW
Verso Stempel: Aus dem Nachlass von:
Prof. A. Walde, Kitzbühel
Die Gedrungenheit der romanischen Kirche mit dem massiven Turm beherrscht das Bildfeld. Links ist der kleine Betraum unter einem steilen Satteldach angefügt, der niedrigere Eingangsraum mit Rundbogenöffnung dem Turm vorgelagert. Zwei Hausfassaden bilden kulissenartig im Hintergrund den Raumabschluss.
Die Tonigkeit des Graubrauns in der Dachlandschaft und des Grauweiß in den Mauern bestimmen die Motivwirkung. Die Sensibilität der fast monochromen Malerei, die im Detail subtil nuancenreich erscheint, unterstreicht die melancholische düstere Stimmung. Vielleicht spürt man noch den Nachhall von Kriegsereignissen, in denen nicht die Lebensfreude, sondern die Tragik des Daseins evident war. Das kleine Gemälde wirkt wie eine sehr private Erinnerung. Man erinnert sich an die „Kitzbühel-Motive“ mit dem Thema „Stadt im Tauschnee“ aus den Jahren von 1920 bis 1927, in denen die atmosphärische Situation auch bedrückend augenscheinlich wird. Darin finden sich nicht die Vitalität und Agilität von Waldes Konzepten, die er sonst in seinen Motiven kreiert. Es klingt Pessimismus durch, wenngleich auch Stimmungen bewusst werden, die zu bestimmten Zeiten über der Bergstadt Kitzbühel liegen.
Aus der Biografie Waldes weiß man von Südtirolfahrten, auf denen er weitere Facetten der alpinen Landschaft studierte. Aber auch das Interesse an einer Begegnung mit der Heimat seiner Ahnen im Pustertal oder eine Erinnerung an seinen Einsatz bei den Kaiserschützen an der Südfront im Ersten Weltkrieg könnten Anlass gewesen sein.
Preis auf Anfrage:
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