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Art. Nr.:
LEDA UND DER SCHWAN, 1948
Georg JUNG Salzburg 1899 – 1957 Wien
Öl auf Leinwand, 88 x 100 cm
Signiert und datiert links unten: G. Jung 48
In der klassischen Kunst der Inbegriff einer heroisierten Liebesvereinigung, wurde das Thema „Leda und der Schwan“ im 19. Jahrhundert allzu häufig zum Schlafzimmerschwulst entwertet. Aufgrund des damit verbundenen Odiums bizarrer Schwüle haben es die Künstler der Moderne eher gemieden. Eine Ausnahme stellt Georg Jung dar, dem die Verbindung von antikem Mythos und Erotik auch sonst nicht fremd ist.
Für Jungs Schaffensweise ist charakteristisch, dass sich bestimmte Leitthemen quer durch alle Entwicklungssphasen ziehen. Während seine Malerei stilistisch einen Bogen spannt, der vom Jugendstil bis zur abstrakten Moderne reicht, gibt es bei ihm einen festen Bestand von Sujets. Dazu gehört auch „Leda“, die er 1925 erstmals als fast akrobatische Demonstration in kubofuturistisch aufgefächerter Kulisse malte. Es folgte 1930 eine von den Schwingen des Schwans dominierte Version, in der sich die starre Präzision des magischen Realismus niederschlug. Gegenüber dem branstigen Pathos dieser Vorgänger führt die 1948 entstandene Fassung in eine neue Welt frei schweifender Farbsubstanzen, die eine übersinnliche Sphäre evozieren.
Die gegenständlichen Bezüge sind weitgehend zum reinen Farbgeschehen entschlackt. Aus dem Farbnebel konkretisiert sich ein Meeresgestade als Schauplatz der Liebesbegegnung, die zum stromlinienförmigen Emblem stilisiert ist: die göttliche Leidenschaft fährt als Strahl vom Himmel. Darüber zieht beziehungsvoll gerötetes Gewölk hinweg, in differenzierter Spachteltechnik aufgetragen. Trotz seiner kühnen Vorstöße in die Abstraktion ist gerade bei einem Motiv wie der „Leda“ untergründig noch immer ein klassizistisches Formgefühl wirksam.
Preis auf Anfrage:
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