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10 Jahre
Kunsthandel W.& K.

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Gustav KLIMT
Egon SCHIELE

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Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art
, A-1010 Wien, Website öffnen

Kaufobjekt

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Städtebilder

Art. Nr.:
Klosterneuburg, 1907
EGON SCHIELE Tulln 1890 – 1918 Wien

Öl auf Leinwand, 26 x 32 cm
Signiert rechts unten: Schiele 07
Provenienz: Nachlass des Künstlers, Neue Galerie, Wien,
K. Gottlieb, Dorotheum 12. Sept. 1982.

Der siebzehnjährige Schüler des Stiftsgymnasiums Klosterneuburg hat sich in diesen kleinformatigen Ölstudien Ansichten der niederösterreichischen Kleinstadt und der Stiftsanlagen zum Vorbild genommen. Man gewinnt den Eindruck, dass der schlechte Schüler Schiele nicht nur im Zeichenunterricht und zu Hause, sondern auch in allen anderen Unterrichtsstunden nichts anderes getan hat, als sich im Malen und Zeichnen zu üben, so zahlreich sind die Ergebnisse des akademisch sicher gelangweilten Hochbegabten: Porträts seiner engsten Familie, Eisenbahnzüge (sein früh verstorbener Vater war Stationsvorstand in Tulln), Landschaften und zahlreiche Stadt- und Architekturansichten wie dieses Ölbild mit dem Signum „Schiele 07“ unten rechts. Im Bereich seines Talents ist der Siebzehnjährige selbstbewusst genug gewesen, um die korrekte Signatur 1907 mit der abgekürzten Jahreszahl 07 aufs Papier zu setzen, obwohl der Durchbruch zu einem eigenen Stil erst mit der Ausstellung großformatiger Ölgemälde in der „Kunstschau“ von 1909 zu datieren ist.
Die außerordentliche visuelle Begabung und das bereits überdurchschnittliche Zeichen- und Maltalent ist jedoch von seinem Zeichenlehrer in Klosterneuburg, Ludwig Karl Strauch (1875 – 1959) nicht nur erkannt sonder auch entsprechend gefördert worden. Gleichzeitig hat Schiele die Aufnahmsprüfung an der Wiener Akademie bestanden (bei der Adolf Hitler leider durchgefallen ist!) und den Unterricht bei Professor Christian Griepenkerl begonnen, den er als akademischen „Ringstrassenmaler“ so sehr verachtete, dass er nach drei Jahren seine Klasse mit Krach und Protest verließ. Schieles kreative Beziehung zur Architektur und zur Stadtlandschaft wird nach 1910 vor allem in den Ansichten der südböhmischen Stadt Krumau an der Moldau, dem Geburtsort seiner Mutter, ihren Höhepunkt finden. Dort will er, sagt Schiele, „wie ein Raubvogel über der Stadt kreisen“ um sie ins Visier zu nehmen. Wie dieser richtet er seine Linse von oben auf die Stadt, der er eine mythologisch einzigartige Bedeutung und Form geben wird. Die mittelalterliche Stadt in der Schlinge des urböhmischen Flusses gelegen (man denkt an die symphonische Dichtung „Die Moldau“ von Smetana) wird zum Symbol der entvölkerten Mauernbehausung, in der kein Mensch mehr auszunehmen ist und die deshalb oft als „Tote Stadt“ im Werk Schieles aufscheinen wird.
Die hier gezeigte Ansicht ist gewissermaßen eine Fingerübung zu einem der vier großen Themen im Werk Schieles (Porträt, Landschaft, Akt und Stadtansicht) und hat in ihrem Charme schon jenen Stellenwert, den alle, auch die allerersten Manifestationen eines Weltgenies besitzen.
Preis: nicht vermerkt


Band 09
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