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Art. Nr.: 15
SITZENDER WEIBLICHER AKT, um 1909
GUSTAV KLIMT Wien 1862 – 1918 Wien
Bleistift auf Papier, 565 x 373 mm
Signiert Mitte unten: Gustav Klimt
Die Zeichnung wird in den Nachtrag des Klimt – Werkverzeichnisses
von Marian Bisanz–Prakken / Albertina, Wien aufgenommen.
Im Zusammenhang mit der weiblichen Hauptfigur in Klimts Gemälde „Tod und Leben“ entstand 1908/09 eine ganze Reihe von Studien nach Modellen, die auf dem Boden hocken oder zusammengekauert auf einer hügelartigen, mit Tüchern bedeckten Anhöhe sitzen (Strobl II, Nr. 1819-1863, siehe die vorangehende Zeichnung dieses Katalogs). In diesen Blättern bringen die vorgebeugten Kopfstellungen der Modelle Scham oder Trauer zum Ausdruck. Die vorliegende Arbeit steht einer Reihe von Zeichnungen nahe, die sich – abgesehen vom fehlenden Ausdruck der Trauer - mit den Studien für „Tod und Leben“ verwandt zeigen (Strobl II, Nr. 1941-1955, „Sitzende Akte und Halbakte 1909/10“). Was die Stellung der gespreizten Beine und der auf den Beinen ruhenden Hände betrifft, kommt das ausgestellte Blatt einer bereits länger bekannten, in blauer Kreide ausgeführten Studie dieser Gruppe relativ nahe (Strobl IV, Nr. 3623). Kennzeichnend für die hier gezeigte Studie ist aber das Nicht-Vorhandensein der Sitzgelegenheit; Klimt konzentrierte sich hier in erster Linie auf das Spannungsfeld zwischen der schrägen Stellung des Oberkörpers und der geometrisch betonten Position der Beine. Im hageren Körper mit den eckigen Gliedmaßen zeigt sich der Einfluss der asketischen Jünglingsgestalten des belgischen Bildhauers George Minne. In der diagonalen Position der Schultern erinnert das Blatt an die um 1908 entstandenen Studien für das Bild „Salome“ (1909), die auch von diesem hageren Körperideal geprägt sind. Aufgrund der fein differenzierenden, scharfen Linearität scheint die Zeichnung zu den frühesten, um 1909 entstandenen Beispielen der „Sitzenden Akte und Halbakte“ zu gehören.
SEATED FEMALE NUDE, c. 1909
Pencil on paper, 565 x 373 mm
Signed (lower centre): Gustav Klimt
This drawing will be included in the supplement of the Klimt catalogue raisonné
by Marian Bisanz-Prakken / Albertina, Vienna.
In connection with the main female figure in Klimt’s painting Death and Life, in 1908/09 the artist drew a whole series of studies of models crouching on the floor or huddled up on a mound covered with cloths (Strobl II, Nos. 1819–1863, see the previous drawing in this catalogue). In these drawings the bowed head expresses shame or grief. This work is associated with a series of drawings which – apart from the fact that there is no expression of grief – are related to the studies for Death and Life (Strobl II, No. 1941–1955, Seated Nudes and Semi-Nudes 1909/10). The position of the spread legs with the hands resting on them bear a resemblance to a study from this group in blue chalk that has been known for some time (Strobl IV, No. 3623). This study is also characterized by the fact that the seat has been omitted; Klimt concentrates on the tension between the diagonal slant of the upper body and the geometric position of the legs. The gaunt body with the angular limbs reflects the influence of the ascetic youths by the Belgian sculptor George Minne. In the diagonal alignment of the shoulders, the drawing recalls studies from around 1908 for the painting Salome (1909), which also demonstrate this ideal of the slender body. With its subtly differentiated, incisive linearity this drawing would appear to be one of the earliest examples of Seated Nudes and Semi-Nudes created around 1909.
Marian Bisanz – Prakken
Literatur: Alice Strobl: Gustav Klimt. Die Zeichnungen 1904 -1912. Band II. Verlag Galerie Welz. Salzburg 1982.
Preis auf Anfrage:
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