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Kunsthandel W.& K.

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Gustav KLIMT
Egon SCHIELE

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Wienerroither & Kohlbacher GmbH
Kunsthandel - Austrian Fine Art
, A-1010 Wien, Website öffnen

Kaufobjekt

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Städtebilder

Art. Nr.: 38
NASSE STRASSE, 1907
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EGON SCHIELE Tulln 1890 – 1918 Wien

Öl auf Karton, 24 x 18 cm
Signiert und datiert links unten: SCHIELE | 07
Verso: bezeichnet: Egon Schiele „nasse Strasse“
Das Gemälde wird im Ergänzungsband des Werkverzeichnisses zu Egon Schiele von Jane Kallir unter P.75a aufgenommen.

Schiele begann seine ersten bedeutenden Ölgemälde im Frühjahr des Jahres 1907; in den folgenden 18 Monaten schuf er eine stattliche Anzahl an kleinen Ölbildern, von denen die meisten auf Karton gemalt waren. Tatsächlich wurden fast die Hälfte seiner Öle vor 1909 geschaffen. Diese frühen Arbeiten unterscheiden sich vom Reifewerk des Künstlers, sowohl durch ihre kleinen Formate als auch durch ihre Spontanität. Die meisten scheinen ohne viel vorherige Kompositionsarbeit, durch direkte Beobachtung entstanden zu sein. Die Landschaftsdarstellungen, die hier überwiegen, wurden mit größter Wahrscheinlichkeit im Freien gemalt; eine Technik, die Schiele in späteren Jahren aufgab. Eine Menge Einflüsse seiner Zeit sind in diesen Arbeiten zu spüren: Jugendstil, Stimmungsimpressionismus und der Symbolismus Klimts. Schiele war auf dem Weg seinen ganz persönlichen Stil zu entwickeln.

Während seines ganzen Schaffens versuchte Schiele ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Naturalismus und formaler Stilisierung zu halten. Beide Elemente können in Nasse Strasse, das wahrscheinlich im Herbst 1907 entstand, gefunden werden. Anfang des Jahres arbeitete Schiele noch mit einer dekorativeren Farbpalette, die Lavendel-, Blau- und Türkistöne enthielt. Spuren dieser Palette sind auch in Nasse Strasse verblieben, jedoch eher zu erahnen als tatsächlich zu erkennen, vermittelt dieses Bild die Kühle eines regnerischen Wintersturms. Schieles späteren Stil vorausahnen lässt auch sein Feingefühl in Bezug auf das Weglassen von Formen zu Gunsten freier Flächen, sowie die Greifbarkeit seiner skizzierten Objekte. Der dicke pastose Farbauftrag ordnet sich den Konturen der Formen unter, auf die er sich auch beschränkt. Das Hauptthema des Bildes - die Strasse - ist eine beinahe abstrakte Fläche. Obwohl Nasse Strasse auf den ersten Blick sehr konventionell wirkt, ist es eigentlich ein überraschend gewagtes und originelles kleines Gemälde für einen erst siebzehnjährigen Künstler.

NASSE STRASSE (WET STREET), 1907
Oil on cardboard, 24 x 18 cm
Signed and dated (lower left): SCHIELE | 07
Verso: inscribed: Egon Schiele „nasse Strasse“
Kallir P. 75a; to be included in the next supplement to the catalogue raisonné
Schiele began his first serious oil paintings in the spring of 1907, and in the ensuing eighteen months he produced an astounding number of small oils, most of them on cardboard. In fact, nearly half of Schiele’s output in oil was produced prior to 1909. These early paintings are distinguished from the artist’s mature work not only by their relatively small scale, but by their spontaneity. Most seem to be directly observed, with little or no advance compositional planning. The landscapes, which predominate, were in all probability painted out-of-doors, a practice Schiele would later abandon. An array of contemporary influences flicker through these works: Jugendstil, Stimmungsimpressonismus and Klimtian Symbolism. The artist was rapidly working his way toward his own unique style.

Throughout his career, Schiele constantly tried to balance naturalism with formal stylization. Both elements can be seen in Nasse Strasse, which was probably painted in the autumn of 1907. Earlier that year, Schiele had tended to favor a more decorative palette that combined shades of lavender, blue and turquoise. Traces of this palette remain in Nasse Strasse, but the affect is evocative rather than ornamental, suggesting the chill aftermath of a wintry rainstorm. Also foreshadowing Schiele’s later style is the sensitivity to negative space and the tactile blocking of forms. The buttery impasto is contained within and subordinate to the contours of the form it describes. The principal subject of the painting—the street—is a nearly abstract plane. Though Nasse Strasse may seem conventional at first glance, it is a surprisingly daring and original painting for a seventeen—year-old artist.

Jane Kallir

Literatur: Jane Kallir: Egon Schiele, The complete works. New York 1998.

Preis: nicht vermerkt


Band 10
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