|
Art. Nr.: 26
Federkielkruzifix. Elfenbein. (Gänse-) Federkiel.
Miniaturschnitzerei.
18./19. Jahrhundert, Deutschland.
Abgebildet in dem Buch: P. W. HARTMANN, Elfenbeinkunst, S. 68.
En miniature aus einem Stück Elfenbein geschnitztes Kruzifix, bei dem der Querbalken des Kreuzes so schmal gestaltet ist, dass das Kreuz in dem nur 3 – 4 mm breiten Querschnitt eines (Gänse-) Federkiels Platz findet, der als Schutzhülle dient. An der Basis des Längsbalkens geht das Kreuz in ein zylindrisches Sockelstück über, das exakt in den Federkiel passt und dem Kruzifix in dem umhüllenden Federkiel Halt gibt. Der gekreuzigte Heiland ist in jansenistischer Manier gestaltet, d. h. mit emporgestreckten, statt der sonst üblichen ausgebreiteten Arme.
Solch kleine Kruzifixe waren als Devotionalien beliebt und wurden u. a. in Geislingen an der Steige und in Berchtesgaden hergestellt. Da an diesen Orten Drechsler ansässig waren, wurden anstelle der Federkiele zumeist gedrechselte Schutzbehälter verwendet. Im Dommuseum zu Salzburg wird ein solches Kruzifix aufbewahrt. Soweit bekannt, handelt es sich dabei um das einzige in einem Museum ausgestellte Exemplar. Die Miniaturschnitzereien wurden vor allem von Devotionalienhändlern in Wallfahrtsorten vertrieben. Ihrer Kleinheit wegen konnten die Kruzifixe als persönliche Andachtsbilder mitgeführt werden, was allerdings dazu führte, dass die Schnitzarbeiten nicht lange überlebten.
Im Zusammenhang mit den „Federkiel-Kreuzelmachern“ ist nur der Name der um die Wende 17./18. Jahrhundert lebenden Kunstgewerblerin Anna Felicitas Neuberger überliefert. Sie soll hauptsächlich in Wien und Regensburg (1731) tätig gewesen sein. Ihre Arbeiten wurden mannigfach gewürdigt.
Höhe:5 cm.
Preis: nicht vermerkt
|