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Kaufobjekt

Klassifizierung (Anbieter übergreifend):
Malerei
Moderne Kunst ca. 1890 - 1945
Bergwelt
Landschaft

Art. Nr.: 9
LANDSCHAFT IN DEN ALPILLEN, um 1960
WILLY EISENSCHITZ Wien 1889 – 1974 Paris

WILLY EISENSCHITZ
Wien 1889 – 1974 Paris

9
LANDSCHAFT IN DEN ALPILLEN, um 1960
Öl auf Leinwand, 73 x 92 cm
Signiert rechts unten: W. Eisenschitz

„Es ist ein Hauptkennzeichen seiner Arbeit, seine Fähigkeit den Zauber, den ein Ort besitzt anderen zu vermitteln, der genius loci. Es ist eine feine und komplexe Fähigkeit und Eisenschitz beherrscht sie mit außergewöhnlicher Geschicklichkeit und Abgeklärtheit“ schreiben Metlewicz-Tromayer 1988. Und tatsächlich ist es jene Begabung Eisenschitz’, einen scheinbar beliebig gewählten Landschaftsausschnitt mit Stimmung und Bedeutung zu erfüllen, die uns seine Malereien so bemerkenswert und wertvoll machen.
Der Ankauf eines Gehöfts im Gebiet von Maussane unweit von Eygalières führt Willy Eisenschitz und Claire Bertrand in die Gegend der Alpilles. Er liebt das einfache Haus „Le Mas de Fléchons“ und gesteht einem Freund, dass er es trotz seiner Kargheit komfortabler findet als sein großes Wiener Elternhaus.
Die Bildanordnung der „Landschaft in den Alpilles“ erfolgt in parallelen Ebenen, durch die Felderstreifen rechts im Bild, flankiert von Büschen und Bäumen, entsteht ein vertikaler Tiefenzug. Die in die Höhe ragenden Pinien, die hier den Bildmittelpunkt markieren, sind ein beliebtes Motiv des Künstlers, um kompositorische Akzente zu setzen, ebenso wie die in die Höhe geschossenen dürren Gras- oder Getreidebüschel, hier auch ziemlich zentral ins Bild gesetzt, die den Blick des Betrachters gewissermaßen umleiten. Einerseits sind sie Hintergrund für die Hütten im Bildvordergrund, andererseits lenken sie zu den in die Bildtiefe führenden Feldern. Der Blick, der zunächst durch den roten Farbtupfen des Gewandes der Figur im Vordergrund gefangen wird, wird auch gleich wieder in die Tiefe des Bildes auf die Landschaft am Fuße der Alpilles geführt. Die geschickt im Bild verteilten, miteinander korrespondierenden Farbakzente verleihen der Malerei fast abstrakten Charakter und verweben Berge, Felder, Häuser und Bäume zu einem organischen Gefüge, das eben jenen Zauber bewirkt, mit dem uns die Bilder Willy Eisenschitz’ gefangen nehmen.

Sophie Cieslar


Literatur: Jean Perreau: Willy Eisenschitz. Werkverzeichnis. Edition Schütz. Linz 1999, Werkverzeichnis Nr. H 858, Abb. S. 262; Metlewicz-Tromayer: Willy Eisenschitz. Leben und Werk. Eigenverlag Erich Tromayer. Wien 1988, Abb. S. 109.
Preis: nicht vermerkt


Band 08
50 55 9 8 12
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