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Art. Nr.: 12
MUTTER MIT KIND, 1927
JOSEF FLOCH Wien 1894 – 1977 New York
JOSEF FLOCH
Wien 1894 – 1977 New York
12
MUTTER MIT KIND, 1927
Öl auf Leinwand, 73 x 51 cm
Rückseitig: Nachlassstempel
Provenienz: Indianapolis Museum of Art, USA
Eine klassizistische, um den Aspekt des Humanismus erweiterte Orientierung – einen Gedanken Hans Tietzes zum Werk Josef Flochs aufgreifend – charakterisiert dieses Bild: Der Mensch als Zentrum des Bildaufbaus, nicht plastisch isoliert, sondern in unlösbarer Gemeinschaft mit der ihn umgebenden Welt. Das in einfacher Haltung dargestellte Geschöpf macht Floch zum Mittelpunkt seiner künstlerischen Konzeption.
Im Vergleich zu einem etwa zeitgleich entstandenen Werk dieser Thematik (WVZ 112) verzichtet Floch auf eine – sakrale, von Gesten und einer fast bildhauerischen Konturierung der Physiognomien begleitete – skulpturhafte Darstellung. Die Gesichtszüge verlieren sich hier in einer bloßen Andeutung, denn es geht dem Künstler nicht um die Charakteristik von Personen, nicht um ein Porträt, vielleicht um das atmosphärische Abbild des schlichten Selbstverständnisses zwischen Mutter und Kind, jedenfalls um das reine Dasein.
Derart unverfälschte, oft grenzenlose Emotion bedarf keines Zimmers, vielmehr einer Unendlichkeit – der des Raumes, und die schafft Floch in der Art, in der er die Figuren positioniert und die Körperhaltung zueinander wählt. Das Verbundensein mit der Welt ist für Floch nicht nur ein formales, sondern vor allem ein seelisches. Solche Kraftfelder intensiver Gefühlsströmungen geben seinen Bildern eine Wärme, die selbst eine kühle Farbgebung nicht zu beseitigen vermag. Um es mit einem Zitat Tietzes zusammenzufassen: „Was zwischen den Dingen ist – und das ist nicht Luft allein, sondern spannungsreiche Beziehung – ist so wichtig, wie die Dinge selbst“
Olga Kronsteiner
Literatur: Karl Pallauf: Josef Floch. Leben und Werk. Österreichischer Kunst und Kulturverlag. Wien 2000, Werkverzeichnis Nr.117, Abb. S. 150.
Preis: nicht vermerkt
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