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Art. Nr.: 24
ANNA UND DER GESANDTSCHAFTSSEKRETÄR, 1923
OSKAR KOKOSCHKA Pöchlarn/Niederösterreich 1886 – 1980 Montreux/Schweiz
OSKAR KOKOSCHKA
Pöchlarn/Niederösterreich 1886 – 1980 Montreux/Schweiz
24
ANNA UND DER GESANDTSCHAFTSSEKRETÄR, 1923
Bleistift auf Papier, 240 x 190 mm
Monogrammiert rechts unten: OK
Victor Baron von Dirsztay gehörte zu jenen bemerkenswerten Zeitgenossen, die Kokoschka in seinem Panorama hochexpressiver Bildnisse aus der Zeit um 1910 darstellte. Der ungarische Schriftsteller publizierte 1917 das Buch „Lob des hohen Verstandes“, für das Kokoschka sechs Lithographien schuf. 1923 illustrierte er auch Dirsztays in München publizierten Roman „Der Unentrinnbare“, das die Geschichte eines Gesandtschaftssekretärs erzählt, der unter Wahnvorstellungen leidet und Zuflucht bei einer kleinen Freundin sucht.
Im Vergleich mit der in Tusche und Pinsel ausgeführten Zeichnung ist die vorliegende Bleistiftzeichnung wesentlich differenzierter in der Ausgestaltung. Sie setzt auch einige Akzente anders: hier ist das Mädchen wesentlich kindhafter charakterisiert, es wird von der Figur des Mannes gleichsam umfangen, blickt zu Boden und wirkt passiv. In der Tuschezeichnung steht es neben dem Sekretär und fixiert ihn mit ernstem Blick. Der Vergleich der beiden Varianten zeigt, wie Kokoschka sein Motiv abwandelte. Die Haltung des Mannes bleibt gleich, im einen Fall stützt er den linken Arm auf einem Tisch ab, und die Hand könnte eine Zigarette halten; im anderen Blatt ist sein Ellbogen frei und nähert sich dem Mädchen zur Berührung. Auch das Paar im Hintergrund ist hier, was der Bleistift ermöglicht, viel „konstruktiver“ dargestellt. Die Zeichnung ist ein feinsinniges Beispiel für die Charakterisierungskunst des Illustrators Kokoschka.
Patrick Werkner
Literatur: Ernst Rathenau: Oskar Kokoschka. Handzeichnungen 1906 – 1969, New York 1971, vgl. Abb. 86
Preis: nicht vermerkt
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