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Art. Nr.: 32
BLICK IN DEN PRUNKSAAL DER HOFBIBLIOTHEK IN WIEN, 1899
CARL MOLL Wien 1861 – 1945 Wien
CARL MOLL
Wien 1861 – 1945 Wien
32
BLICK IN DEN PRUNKSAAL DER HOFBIBLIOTHEK IN WIEN, 1899
Öl auf Leinwand, 130 x 108 cm
Signiert rechts unten: C. MOLL
Nach dem Tod seines hoch verehrten Lehrers, des Malers Emil Jakob Schindler, im Jahr 1892, folgte Moll zunächst dessen Vorbild, begann sich aber davon zu lösen, indem er Eindrücke außerhalb Wiens suchte und fand. In den Sommermonaten 1893 – 1895 hielt er sich meist in Lübeck auf, wo der auf Interieurs spezialisierte Maler Gotthart Kuehl (1850 – 1915) großen Einfluß auf ihn ausübte. Interieurs sollten sodann zu einem von Moll besonders bevorzugten Bildthema werden, wobei vor allem das Spiel von Licht und Gegenlicht im Vordergrund seines Interesses stand. Die Bilder, zum Beispiel aus der Danziger Marienkirche (1896), von den festlich gedeckten Tafeln (um 1900) oder aus dem eigenen Haus auf der Hohen Warte (um 1903) und eben aus dem großen Barocksaal der Hofbibliothek vermitteln viel mehr als die bloße bildliche Information über das Aussehen von besonderen Räumen. Im Wesentlichen sind es Stimmungsbilder, die einzelne kostbare Augenblicke festhalten, und die ihren speziellen Gehalt sowohl aus der Lichtkomposition, als auch aus der Anwesenheit von Menschen beziehen, die den Raum mit dem beobachtenden Maler teilen. Ihren Charme und ihre Qualität bezieht diese Ansicht eines der großartigsten barocken Profanräume aus der Wiedergabe des einfallenden Sonnenlichts und der aus diesem Licht resultierenden feinen Malweise, die typisch für Molls Gemälde der Jahre um 1900 ist.
Gerbert Frodl
Literatur: Carl Moll. Seine Freunde, Sein Leben, Sein Werk. Österreichische Galerie. Verlag Galerie Welz. Salzburg 1985, vgl. Abb. 37, S. 52.
Preis: nicht vermerkt
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