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Art. Nr.: 410
Johann Andreas Wolf (München 1652 – 1716)
Maria Magdalena wird von einem Engel getröstet, Öl auf Leinwand, 109 x 78 cm, gerahmt, (Wo)
Die Darstellung zeigt die hl. Maria Magdalena entgegen der Konvention fast völlig nackt auf einem schlichten Lager unter einem Baum ruhend. Der Ausdruck der Heiligen verrät Reue über ihr ausschweifendes Leben. Bewußt wird der Kontrast zwischen dem durch den Lichteinfall erotisierend betonten Schoß der Magdalena und dem an dieser Stelle präsentierten und detailliert wiedergegebenen Totenschädel als Vanitas-Mahnung gesucht. Das weiche schimmernde Inkarnat, die üppige Lockenpracht und die lässige Körperhaltung der Magdalena unterstützten die traditionelle Sinnlichkeit ihrer Erscheinung. Der Bildtypus “Tröstung einer/s büßenden Heiligen durch einen Engel” entstand in der italienischen Malerei um 1600. Figurentypus, Farbigkeit, Helldunkel, Gewandstil und die Stofflichkeit der Engelsflügel lassen sich gut mit dem Münchner Hofmaler Johann Andreas Wolf in Verbindung bringen, zum Vergleich seien die 2004 auf der Landshuter Ausstellung ”Mit Kalkül und Leidenschaft” gezeigten Altarbilder “Geburt Christi” (1700) und “Der hl. Johannes Evangelist reicht der Gottesmutter die Eucharestie” (1716) genannt. Trotz seiner Anstellung am kurfürstlichen Hof zu München prägen religiöse Themen den Großteil von Wolfs Oeuvre, dessen Hauptwerke wohl in den Gemälden der Stifte Kremsmünster und Göttweig zu sehen sind. Das hier vorgestellte Gemälde der büßenden Magdalena ist gewissermaßen als Bindeglied zwischen sakraler (Heiligenbild) und weltlicher Thematik (weiblicher Akt) zu bezeichnen und dürfte seinen Platz einst nicht im Kirchenraum, sondern in der Galerie eines adeligen oder geistlichen Kunstfreundes gehabt haben.
Schätzpreis: von € 16.000,00 bis € 30.000,00
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