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Antiquitäten Ahrend E. Helga Ahrend - Anna-Maria Wager - Almut Wager
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Farbe des Elfenbeins
Für die Farbe des Elfenbeins gibt es keine Norm, zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Wie beim Menschen haben manche Tiere ein helles, andere wieder ein etwas dunkleres Zahnbein. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass gut gelagertes trockenes Elfenbein in frisch verarbeitetem Zustand im allgemeinen eine gebrochen weiße Farbe hat, oder es ist leicht cremefarben, eben „elfenbeinfarben“. Das gilt für alle künstlerisch verwendeten und als Elfenbein bezeichneten Zahnmaterialien (Mammutzahn, Flusspferdzahn, Walrosszahn, Pottwalzahn, Narwalzahn und die Stoßzähne des Elefanten).
Die dunkleren Farbnuancen mancher Elfenbeinschnitzereien, die bis ins Hellbraune gehen können, entstehen erst im Laufe der Zeit, was aber nicht heißt, dass dunkelfarbene Objekte aus Elfenbein älter sind als sehr helle oder nahezu weiße. Die Farbe mehrerer Jahre alter Schnitzereien hängt primär vom Aufbewahrungsort ab, d. h. davon, wieviel Licht vorhanden ist. Wenn nur wenig Licht oder kein Licht einfällt, etwa bei Aufbewahrung einer Schnitzerei in einer Schublade oder in einem Kasten, vergilbt fast jedes Elfenbein etwas, nur die Intensität des Nachdunkelns ist verschieden. Sehr dichtes, hartes Material ist farbstabil, d. h. es vergilbt kaum. Beim Elefantenelfenbein dunkeln vor allem Gegenstände nach, für die Stoßzähne asiatischer Elefanten verwendet wurden oder die aus dem sogenannten „Milchbein“ bestehen. Dieses stammt von afrikanischen Steppenelefanten aus dem Osten und Süden Afrikas. Das „Glasbein“ des Waldelefanten, aus dem Westen Afrikas, ist seiner größeren Härte wegen sehr farbstabil und behält seine nahezu weiße Elfenbeinfarbe auch bei Lichtabschluß zumeist bei. Weiters ist Elfenbein von der Zahnbasis und von den äußeren Zahnschichten weicher und weniger farbstabil. Je näher der Zahnspitze, desto feinzelliger, härter und farbbeständiger ist es. Auch die Maserung ist im Bereich der Zahnbasis grobmaschiger und stärker ausgeprägt als gegen die Zahnspitze zu.
Als Resümee ergibt sich, dass von der Farbe des Elfenbeins auf keinen Fall auf das Alter einer Schnitzarbeit geschlossen werden kann. Aufgrund der unrichtigen Annahme, dunkleres Elfenbein sei älter als helles, wurden Elfenbeinschnitzereien im 19. Jahrhundert häufig mittels Tee, Tabakabsud etc. gelblich bis leicht bräunlich eingefärbt.
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