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Gewerbliche Schule Schwäbisch Gmünd,
mit 3 Fachschulrichtungen

Heidenheimerstraße 1 Am Römerkastell 31
D-73529 Schwäbisch Gmünd

 



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Die Gewerbliche Schule Schwäbisch Gmünd: Fachschule für Gestaltung - Fachrichtung Schmuck und Gerät - Werkkunstschule Berfufskolleg für Design, Schmuck und Gerät


Geschichtliche Entwicklung

 Dieser kurze Abriss der Geschichte der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd mag zeigen, wie rasch sich in den letzten 225 Jahren technologische Neuerungen auf die gesamte Gesellschaft ausgewirkt haben.

 Unter vielen Berufen früherer Zeit, wie dem Gürtler oder der Guillocheurin können wir uns kaum noch etwas vorstellen, während wir uns von neuen Berufen, wie denen des Mechatronikers oder des Leiterplattentechnikers auch kaum ein rechtes Bild machen können.

 Unbestritten aber ist, dass die berufliche Bildung sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht einen immer größeren Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen wird.

Aus der Entwicklung unserer Schule von der sonntäglichen Zeichenschule zu einer modernen, technisch auf hohem Niveau stehenden gewerblichen Schule wird deutlich, dass der Fortschritt nicht nur technische Verbesserungen gebracht hat, sondern einer stetig wachsenden Zahl von jungen Menschen auch die Möglichkeit gibt, ihr Leben eigenverantwortlich und sinnvoll zu gestalten.

Die ersten Jahre...

Die Gewerbeschule Schwäbisch Gmünd wurde im Jahr 1776 gegründet, damit ist sie die älteste schulische Einrichtung dieser Art in Baden-Württemberg. Der Anlass für diese erstaunlich frühe Gründung ist darin zu suchen, dass der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt, das Edelmetallgewerbe, das bereits seit dem 14. Jahrhundert hier nachgewiesen ist und im Jahre 1739 zweihundertfünfzig Goldschmiede zählte, unter einer großen Absatzkrise litt. Um dieser Krise entgegenzuwirken gründeten weitblickende Gmünder im Jahre 1776 eine Zeichenschule für die Jugend.

Heute würde man sagen, sie versuchten durch eine struktur- und bildungspolitische Maßnahme die Wettbewerbschancen des Gmünder Handwerks zu verbessern. Freilich waren sie nicht die ersten, die diese Idee hatten. Bereits vier Jahre zuvor war in Hanau, allerdings auf Betreiben des Landesherren, eine Zeichenakademie gegründet worden. Immerhin kann damit aber Gmünd für sich beanspruchen, auf die zweitälteste Berufsschule Deutschlands zurückblicken zu können. Als Unterrichtsraum sah man ein Zimmer im oberen Stock des Waisenhauses vor, das in den Jahren 1768/69 von dem bekannten Barockbaumeister Johann Michael Keller gebaut worden war. Dieses Waisenhaus war unmittelbar neben dem Spital errichtet worden und wurde zunächst von 30 Waisenkindern bezogen. Allerdings wurde dieses Haus schon von Anfang an "multifunktional" genutzt, denn im Erdgeschoss gab es Arrestzimmer, die als Gefängnis dienten, ebenso Unterrichtsräume der Schule, die im Unterschied zur Lateinschule als "Deutsche Schule" bezeichnet wurde.

Als erster Zeichenmeister wurde der aus Wallerstein stammende Maler Georg Strobel bestellt, der in Schwäbisch Gmünd sehr bekannt war, weil er sich durch das Porträtieren der bürgerlichen Oberschicht einen Namen gemacht hatte. Über 100 Porträts von ihm sind noch erhalten, einige davon kann man im Museum im "Prediger" anschauen. Am 1. Juni 1776 nahm Strobel mit sechs bis acht Bürgersöhnen und zwei Schülern aus dem Waisenhaus den Unterricht auf. Nach einigen Wochen kamen zehn weitere dazu und so füllte man die Klasse langsam auf 30 Schüler auf. Die Schule wurde in drei Klassen mit genauen Lehrplänen eingeteilt. Im ersten Jahr lernte man die Grundlagen des Blumen- und Figurenzeichnens, im zweiten das Malen und das Ausführen von Naturobjekten und im dritten die jedem Beruf zukommende Zeichenart nach Mustern guter Meister. Es waren also schon die ersten Anzeichen eines berufsgebundenen Unterrichts vorhanden, der sich nicht nur auf den des Goldschmieds beschränkte.

Der Unterricht fand anfangs an Sonn- und Feiertagen von 14 - 16 Uhr und dienstags und donnerstags von 12.00 - 14.00 Uhr statt.

Zeichenmeister Georg Strobel musste die zu „fertigenden Stücke vorzeichnen, die Grundzüge und andere Vorteile aufrichtig lehren sowie die Schülerarbeiten verbessern“. Waisenkinder zahlten nichts, Bürgersöhne monatlich 30 Kreuzer.

Die Schule schien sofort Anklang gefunden zu haben, denn noch im Gründungsjahr bestimmte die Goldschmiedezunft unter Hinweis auf die neu errichtete Zeichnungsschule, dass das Meisterstück vorher zu zeichnen sei. Wer das nicht fertigbringe, könne zwar heiraten, aber keine Gesellen, geschweige einen Lehrling halten. Ein Jahr später heißt es in einem Ratsprotokoll: „Bei welcher Gelegenheit man des ferneren in Erinnerung bringen will, wie bei Gestattung der Hochzeiten jedesmal darauf vorzügliche Rücksicht genommen werde, ob sich jene, welche heiraten wollen, auf die Zeichenkunst verstehen und wie weit sie es darin gebracht haben“. Der erfolgreiche Schulbesuch hat also auch damals schon als Voraussetzung für beruflichen und gesellschaftlichen Aufstieg gedient.

Mehr als damals ist es uns heute bewusst, dass über Schule und Ausbildung die Weichen für das weitere Leben gestellt werden.

Geschichtliche Entwicklung 1776 bis 1976

Im Jahr 1803 war Gmünd württembergisch geworden und in diesen Jahren begannen sich langsam industrielle Fertigungsmethoden wie das Prägen, Pressen, Stanzen und Drücken durchzusetzen. Für die Schule war es schwer, sich auf die neuen Verhältnisse umzustellen, denn dem fachlichen Charakter des Unterrichts wurde neben dem künstlerischen zu wenig Beachtung geschenkt, so dass der um die Gmünder Industrie hochverdiente Chrysostomus Mayer eine bewusste Umstellung der gewerblichen und kaufmännischen Jugenderziehung auf die neuen Forderungen des Jahrhunderts verlangte.

Klar erkannte er den Wert einer tüchtigen Fachausbildung durch die Schule für die Zukunft von Industrie und Handwerk. Auch den Gedanken einer beruflichen Eignungsprüfung hatte er schon‚ denn er empfahl, nur solche jungen Leute als Goldschmiedelehrlinge aufzunehmen, die zuvor in der noch zu errichtenden Fabrikationsschule ihren Fleiß und ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt hätten. Gmünd wäre mit der Gründung einer solchen Schule der Zeit vorausgeeilt. Es hätte mehr als 120 Jahre früher eine Einrichtung geschaffen, die wir heute seit langem als Berufsfachschulen an vielen Orten haben.

Ganz sicher erkannte Mayer den Zug der Zeit: „Das Zeitalter der Maschine bricht an und wird über veraltete Wirtschaftsformen trotz Protesten weiterschreiten. So traurig die Ausbreitung der Maschinenarbeit auf die Handarbeit wirkt, so wenig ist gegen den Fortschritt des menschlichen Geistes zu sagen, so wenig ist es möglich, ihm Zwang anzutun oder ihn zu unterdrücken“. Leider jedoch waren Mayers Gedanken für die damalige Zeit noch zu neuartig, um in ihrer Folgerichtigkeit von den Verantwortlichen erkannt zu werden. So wurde die Schule in der herkömmlichen Weise ausgebaut. Hemmend wirkte dabei noch, dass Mittel für die Anschaffung von Lehrmitteln und die Bezahlung der Lehrkräfte sehr gering waren, so dass die Lehrer meist antiquarische Anschauungsmittel beschaffen mussten, um den Schülern überhaupt etwas bieten zu können.

Die letzten 25 Jahre der Gewerblichen Schule

Obwohl der Neubau auf dem Hardt sehr großzügig konzipiert war, sollte er sich doch bald als zu klein erweisen, weil die gewerbliche schulische Bildung die Einrichtung neuer Schularten erforderlich machte. Vor allem der damalige Schulleiter Hans Nestle hat sich mit viel Engagement für die Einrichtung eines Berufskollegs für Formgebung, Schmuck und Gerät eingesetzt.

Nach einer langen Planungsphase konnte in dem historischen Arenhaus 1988 diese Schulart eröffnet werden. In einem dreijährigen Vollzeitunterricht werden künstlerisch begabte junge Menschen mit gestalterischen und fachpraktischen Kenntnissen und Fertigkeiten auf dem Gebiet der Herstellung von Schmuck und Gerät aus edlen Werkstoffen vertraut gemacht. Die rege Nachfrage nach diesem Berufskolleg hat gezeigt, welche Lücke im Ausbildungsbereich der traditionsreichen Gold- und Silberstadt durch diese Schulart geschlossen wurde.

Wenige Jahre später - 1992 - konnte Schulleiter Frieder Benz zwei weitere Schularten an der Schule einrichten. So wurde die Fachschule für Galvanotechnik von der Fachhochschule für Gestaltung der Gewerblichen Schule angegliedert und die Fachschule für Leiterplattentechnik - dem landesweiten Bedarf an solchen Fachkräften gerecht werdend - neu gegründet.

Auch für diese Schularten gab es im neuen Berufsschulzentrum keinen Platz, aber man fand in dem denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Landwirtschaftsschule in der Lindacher Straße nach aufwendigen Umbauarbeiten - das Haus war als königlich württembergisches Garnisonslazarett gebaut worden - sehr gute Arbeitsbedingungen.

Auch die galvanotechnische Ausbildung kann in unserer Stadt auf eine lange Tradition zurückblicken, denn bereits 1907 gab es an unserer Schule eine entsprechende Werkstatt, die aber bald der Fachhochschule zugeordnet wurde. Nun konnte man 1992 eine europaweit einmalige Schule einweihen, in der während einer vier Semester dauernden Aus- und Weiterbildung junge Menschen auf ihre künftige Tätigkeit im mittleren Management vorbereitet werden.

Mittlerweile war aber auch am Berufsschulzentrum der Raumbedarf so groß geworden, dass ein Neubau dringend erforderlich war. Vor allem auch unter dem engagierten Einsatz von Schulleiter Frieder Benz konnten 1998 in einem ersten Bauabschnitt 16 neue Schulräume bezogen werden. Zusammen mit dem geplanten zweiten Bauabschnitt wird die gesamte Technische Abteilung der Schule in diesen neuen Gebäuden untergebracht sein. Die Neubauten sind notwendig geworden, weil mittlerweile in fast allen Schularten und speziell natürlich in den technischen Berufen Informatikräume, Laborräume für Steuerungs- und Automatisierungstechnik gebraucht wurden.

Diese Labors kommen auch den Schülern zugute, die seit 1998 in dem neuen Beruf "Mechatroniker" an unserer Schule mit Erfolg ausgebildet werden. Der bezogene Neubau zeigt, wie sehr sich das ästhetische Empfinden im Verlauf von über 20 Jahren gewandelt hat. Die strengen und nüchternen und sehr funktionalen Formen des Schulzentrums von 1976 wurden durch die halbrunde und offene Form bemerkenswert aufgelockert, die Gesamtkonzeption dieser Anlage wird man aber erst würdigen können, wenn auch der zweite Neubauabschnitt, der dem ersten entsprechen soll, im Jahr 2003 fertiggestellt sein wird.




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