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Berufskolleg für Design, Schmuck
und Gerät
1988
wurde das Berufskolleg für Formgebung, Schmuck- und Gerät gegründet, damit wird
also im Jubiläumsjahr der Gewerblichen Schule die 10. Klasse dieser Schulart
entlassen. Mittlerweile in das Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät
umbenannt, sind in diesen zehn Jahrgängen insgesamt ca. 240 Schülerinnen und
Schüler in ihren frei gewählten Beruf entlassen worden.
In
drei Jahren Vollzeitunterricht wird jungen Menschen mit mittlerem
Bildungsabschluss eine praktische, theoretische und künstlerische Auseinandersetzung
mit Beruflich-Gegenständlichem angeboten, für welche Kreativität,
Gestaltungskraft und handwerkliches Können bestimmend sind. Am Ende der
Ausbildung soll die Formgebung, im weiteren Sinne also das Design von Schmuck
und Gerät von den Schülerinnen und Schülern selbstständig geplant und
durchgeführt werden können. Wird ferner berücksichtigt, dass in einem durch
immer mehr Technik bestimmten beruflichen Umfeld der Wahl des
Ausbildungsplatzes eines stark handwerklich-künstlerisch geprägten Berufes eine
nicht zu unterschätzende Bedeutung zukommt, so kann erahnt werden, welche
Hoffnungen diese jungen Menschen begleiten.
Ein
wesentliches Merkmal des Berufskollegs ist und bleibt also der enge Bezug von
Praxis und Theorie in einem Unterricht, der eine erweiterte Bildung und höhere
Anforderungen im fachtheoretischen Bereich vermitteln will.
Die
Stundentafel des Berufskollegs weist daher bei den Pflichtfächern des
berufsbezogenen Bereiches im Durchschnitt 19 WStd. Entwurf und Realisation aus.
Nimmt man die Sondertechniken (Silberschmieden, Emaillieren, Gravieren und
Edelsteinfassen) im 2. und 3. Schuljahr mit je vier WStd. hinzu, so arbeiten
die Schülerinnen und Schüler etwa 2/3 ihrer Unterrichtszeit in den Werkstätten.
Da
es sich um einen künstlerischen Beruf handelt, müssten zusätzlich die
zeichnerischen Fächer berücksichtigt werden, womit sich der Praxisanteil weiter
erhöhen würde. Insgesamt entfallen auf den Pflichtbereich 34 WStd. im ersten,
jeweils 33 WStd. im zweiten und dritten Schuljahr. Der Zusatzunterricht zum
Erwerb der Fachhochschulreife sieht im zweiten und dritten Schuljahr die
Wahlfächer Englisch II und Mathematik II vor.
Von
allen Fächern hat das Fach Entwurf und Realisation sicher eine herausragende
Bedeutung. Die Lehrerinnen und Lehrer dieses Kernfaches sollen künstlerische,
theoretische und praktische Fertigkeiten und Kenntnisse als Einheit erlebbar
machen. Sie tun dies, indem sie in ihren Werkstattgruppen Denken, Fühlen und
Handeln immer wieder zusammenführen, nicht frei und regellos, sondern
zielgerichtet, konkret und in der Voraussicht auf die moderne Arbeitswelt und
auf der Grundlage des Bildungsplanes.
Dieser
sieht im ersten Schuljahr allein 140 WStd. für die Elementartechniken vor, wie
sie in der Gold- und Silberschmiedewerkstatt ständig benötigt werden. Dazu
kommen Verbindungstechniken und die erste große Halbjahresarbeit (57 WStd.),
die auf das Halbjahreszeugnis, und damit auf das Bestehen der Probezeit,
maßgeblichen Einfluss hat. Das zweite Halbjahr gilt dem Montieren (133 WStd.)
und der zweiten Halbjahresarbeit, in der alle "Schwierigkeiten" des
ersten Jahres sprichwörtlich "eingebaut" sind und bei der die Technik
des Entwerfens sich bewähren muss.
Das
zweite Schuljahr vertieft die Kenntnisse zum Entwurfsprozess und bringt neue
Arbeitstechniken. Juwelentechnik und Gusstechniken werden erlernt, Ohr-, Arm-
und Halsschmuck u.a. mit Schmuckteilen aus Abwicklungen sind herzustellen;
wieder erweist sich der Ausbildungsstand in zusammenfassenden
Halbjahresarbeiten, die einen zeitlichen Umfang von ca. 150 WStd. einnehmen.
Spezielle
Goldschmiedetechniken bilden mit 125 WStd. im dritten Schuljahr den ersten
Block, an den sich eine Halbjahresarbeit anschließt, in der Sondertechniken und
Gestaltung den Schwerpunkt bilden.
Für
die Untersuchungen der Wechselbeziehungen zwischen Materialeigenschaften und
den handwerklichen Techniken stehen insgesamt 250 WStd. zur Verfügung, bevor in
der Abschlussarbeit mit 88 Stunden noch einmal das gesamte Leistungsspektrum
gefordert wird. Der Erfolg dieses Schulkonzeptes zeigt sich in der Qualität der
Arbeiten. Immer wieder sind Schülerinnen und Schüler erfolgreiche Teilnehmer an
Wettbewerben; regelmäßig beteiligt sich die Schule an Ausstellungen, die dann
zugleich den Standort Schwäbisch Gmünd als lebendige Gold- und Silberstadt
bestätigen.
Damit
aus "guten Anlagen" für die Gestaltung "Qualität" wird,
braucht es der Schulung, z.B. durch das Fach Allgemeine Gestaltungslehre. Das
Spiel mit Formen, Farben, Ordnung und Anordnung wird hier in zusammen 100 WStd.
auf seine Regeln hin untersucht, erprobt und variiert. Einen eigenen Platz hat
natürlich das Fach "Darstellen", das dazu zwingt, der Idee von einem
Schmuckstück oder einem Gerät eine angemessene bildhafte Sprache zu geben.
Entwurfsskizzen müssen daher sicher und schnell ausgearbeitet werden und
schließlich auch dem Anspruch des Kunden an seine Vorstellungskraft genügen.
Manchmal
haben Schmuckstücke und Gerätschaften eine "längere Geschichte"
vorzuweisen, eine Geschichte, die soweit reicht, dass sich in ihr das
Lebensgefühl einer Zeit ausdrückt - und dann sind sie Teil der Stilkunde
geworden. Die Kunst- und Stilgeschichte hat das Glück, lange Folgen und
vielfältige Wechsel erlebbar vorführen zu können. Gelegentlich stellt sich die
Einsicht heraus, dass auch die eigene Zeit eine geschichtliche Zeit ist und
eine Antwort enthält auf die uralten Fragen nach Herkunft, Sein und Zukunft.
Handfester
werden die Inhalte bei der Technologie, die naturgemäß die Werkstoffe des Gold-
und Silberschmieds, seine Hilfsstoffe und die Techniken, aus denen Schmuck und
Gerät herstellbar sind, zum Gegenstand hat. Die handwerkliche Orientierung in
Schwäbisch Gmünd bringt es mit sich, dass auch die Technologie ihre
Schwerpunkte entsprechend setzt. Der Ossa-Sepia-Guss ist hierfür ein gutes
Beispiel, Tauschieren oder Niellieren sind andere.
Zu
den sicherlich schönsten Angeboten des Unterrichtes gehört vermutlich die
Edelsteinkunde. Die Freude an (klaren) Kristallen ist bei Schülerinnen und
Schülern ungetrübt und allgemein. Sie trägt leicht über den anspruchsvollen
theoretischen Teil hinweg. In praktischen Bezügen wird die Grundlage für die
fachgerechte Bestimmung der Edelsteine gelegt, zugleich werden die in der
Theorie aufgestellten Ordnungsrelationen von Beobachtungsbegriffen ergänzt.
Bleibt zum Schluss der Betrachtung dieser Schulart noch der Blick auf die
Mathematik und die Allgemeinbildung.
In
der Mathematik I liegt das Interesse zunächst nicht an der "Höhe",
sondern an der "Tiefe" und der "Breite", mit der elementare
Verfahren und Gegebenheiten erkannt sind. Neben der Nützlichkeit einer
Rechenfertigkeit soll die Einsicht in Verhältnisse (Proportionen aller Art)
besonders gefördert werden, denn Formgebung ist ein Prinzip, das allgemein und
durchgängig ist. An einfachen Rechenaufgaben lässt sich zeigen, welche
Fernwirkungen sich aus der Wahl des Ansatzes ergeben und wie eine Lösung oft
auch Intuition erfordert.
Zahlreiche
fachübergreifende Anlässe bietet die Wirtschafts- und Sozialkunde. Ob eine
Kalkulation als Rechenaufgabe zu lösen ist, ob für eine Umweltaufgabe
Technologie erforderlich ist, ob ein Geschäftsbrief Rechts- oder
Englischkenntnisse erfordert oder ob ein Kündigungsschreiben aufzusetzen ist -
immer ist die Gelegenheit für fächerübergreifenden Unterricht günstig. Da der
erfolgreiche Abschluss des Berufskollegs eine Berufsberechtigung beinhaltet,
ist ein wichtiger Inhalt die Simulation einer Betriebsgründung.
Manchmal
haben Schmuckstücke und Gerätschaften eine "längere Geschichte"
vorzuweisen, eine Geschichte, die soweit reicht, dass sich in ihr das
Lebensgefühl einer Zeit ausdrückt - und dann sind sie Teil der Stilkunde
geworden. Die Kunst- und Stilgeschichte hat das Glück, lange Folgen und
vielfältige Wechsel erlebbar vorführen zu können. Gelegentlich stellt sich die
Einsicht heraus, dass auch die eigene Zeit eine geschichtliche Zeit ist und
eine Antwort enthält auf die uralten Fragen nach Herkunft, Sein und Zukunft.
Handfester
werden die Inhalte bei der Technologie, die naturgemäß die Werkstoffe des Gold-
und Silberschmieds, seine Hilfsstoffe und die Techniken, aus denen Schmuck und
Gerät herstellbar sind, zum Gegenstand hat. Die handwerkliche Orientierung in
Schwäbisch Gmünd bringt es mit sich, dass auch die Technologie ihre
Schwerpunkte entsprechend setzt. Der Ossa-Sepia-Guss ist hierfür ein gutes
Beispiel, Tauschieren oder Niellieren sind andere.
Zu
den sicherlich schönsten Angeboten des Unterrichtes gehört vermutlich die
Edelsteinkunde. Die Freude an (klaren) Kristallen ist bei Schülerinnen und
Schülern ungetrübt und allgemein. Sie trägt leicht über den anspruchsvollen
theoretischen Teil hinweg. In praktischen Bezügen wird die Grundlage für die
fachgerechte Bestimmung der Edelsteine gelegt, zugleich werden die in der Theorie
aufgestellten Ordnungsrelationen von Beobachtungsbegriffen ergänzt. Bleibt zum
Schluss der Betrachtung dieser Schulart noch der Blick auf die Mathematik und
die Allgemeinbildung.
In
der Mathematik I liegt das Interesse zunächst nicht an der "Höhe",
sondern an der "Tiefe" und der "Breite", mit der elementare
Verfahren und Gegebenheiten erkannt sind. Neben der Nützlichkeit einer
Rechenfertigkeit soll die Einsicht in Verhältnisse (Proportionen aller Art)
besonders gefördert werden, denn Formgebung ist ein Prinzip, das allgemein und
durchgängig ist. An einfachen Rechenaufgaben lässt sich zeigen, welche
Fernwirkungen sich aus der Wahl des Ansatzes ergeben und wie eine Lösung oft
auch Intuition erfordert.
Zahlreiche
fachübergreifende Anlässe bietet die Wirtschafts- und Sozialkunde. Ob eine
Kalkulation als Rechenaufgabe zu lösen ist, ob für eine Umweltaufgabe
Technologie erforderlich ist, ob ein Geschäftsbrief Rechts- oder
Englischkenntnisse erfordert oder ob ein Kündigungsschreiben aufzusetzen ist -
immer ist die Gelegenheit für fächerübergreifenden Unterricht günstig. Da der
erfolgreiche Abschluss des Berufskollegs eine Berufsberechtigung beinhaltet,
ist ein wichtiger Inhalt die Simulation einer Betriebsgründung.
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