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Gewerbliche Schule Schwäbisch Gmünd,
mit 3 Fachschulrichtungen

Heidenheimerstraße 1 Am Römerkastell 31
D-73529 Schwäbisch Gmünd

 



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Die Gewerbliche Schule Schwäbisch Gmünd: Fachschule für Gestaltung - Fachrichtung Schmuck und Gerät - Werkkunstschule Berfufskolleg für Design, Schmuck und Gerät


Berufsschule für Gold und Silberschmiede, Fasser und Feinpoliere

Die 1776 in Schwäbisch Gmünd gegründete Zeichenschule bezog sich auf die damals hauptsächlich gebräuchlichen Berufe, nämlich denen des Gold- und Silberschmieds. Entsprechend der beruflichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung dieses Berufsfeldes wurde später nach dem Gold- und Silberschmied für das Handwerk und dem für die Industrie unterschieden. Hinzu kamen ferner der Kettengoldschmied, der Gürtler, Juwelengoldschmied, Feinpolierer, Edelsteinfasser und Ziseleur. Zwischenzeitlich erlebte das Handwerk der Graveure einen Höhepunkt, wobei in Schwäbisch Gmünd ein beruflicher Schwerpunkt bei den Guillocheuren lag. Hauptsächlich technische Weiterentwicklungen führten dazu, dass dieser berufliche Schwerpunkt in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgelöst wurde.

Längst kommen die Schüler/innen dieses dualen Ausbildungssystems nicht mehr nur aus Schwäbisch Gmünd und der näheren Umgebung, so wie es einst bei der Zeichenschule war. Entsprechend der Handwerkskammerbezirke Ulm und Stuttgart, sowie des Einzugsbereiches der Industrie- und Handelskammer Heidenheim, vergrößerte sich auch der Bereich, aus dem die heutigen Berufsschüler kommen.

Im Berufsschulunterricht als gesetzliche Pflichtschule werden die Auszubildenden der o.g. Einzelberufe in 3 bzw. 4 Jahrgangsklassen unterrichtet, den "MGO-Klassen".

Die Zusammensetzung der Berufe in den jeweiligen Klassenstufen, die Zuordnung zu Handwerk oder Industrie und letztlich auch die Anzahl der jährlichen Schüler ist ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Situation dieses Wirtschaftszweiges, der durchaus noch maßgeblich in der Gold- und Silberstadt Schwäbisch Gmünd vertreten ist.

Unterrichtet wird nach der amtlichen Stundentafel, die in den Pflichtfächern des allgemeinen Bereiches Religion, Deutsch, Gemeinschaftskunde und Wirtschaftskunde vorsieht. Die fachlichen Pflichtfächer beinhalten Technologie (mit Edelsteinkunde), Gestaltung und Arbeitsplanung, Technische Mathematik, Geschichte der Goldschmiedekunst, sowie das Technologiepraktikum (= Erlernen bestimmter Techniken in der schuleigenen Goldschmiedewerkstatt). Im Wahlpflichtbereich werden Computertechnik und Realisation aufgeführt.

Die Lehrplaninhalte spiegeln die betrieblichen Anforderungen einer dual organisierten beruflichen Erstausbildung, legen also die Grundlagen für eine berufsqualifizierende Weiterbildung, die z.B. mit der Fachschule für Gestaltung - Schmuck und Gerät - auch an der Gewerblichen Schule angesiedelt ist.

Durch den Umgang mit künstlerisch anspruchsvollen Materialien wird den jungen Menschen viel Sensibilität abverlangt. Auch wenn zum Erlernen der genannten Berufe meist der Hauptschulabschluss Voraussetzung ist, können zahlreiche Auszubildende meist die mittlere Reife oder das Abitur vorweisen. Dementsprechend interessant und vielfältig muss der jeweilige Fachunterricht gestaltet sein, damit er sowohl für den Hauptschulabsolventen, wie auch für den Abiturienten Lernanreize bietet.

So führt das Technologiepraktikum die Auszubildenden von den ältesten Techniken (z.B. Schmieden, Löten) bis in die modernsten Anwendungen der Physik (z.B. Lasertechnik). Exemplarisch werden vorbereitende und abschließende Techniken, trennende und verbindende Verfahren, farbgebende Techniken oder Fassungsarten erprobt.

Im Theorieunterricht werden Werkstoffeigenschaften und die Verwendung von Werkzeugen und Maschinen erläutert. Eine Übersicht über die Edelsteinkunde gehört ebenso dazu, wie das Anwenden berufstypischer Rechenverfahren. Arbeiten im Fach Gestaltung und Arbeitsplanung verlangen eine Berücksichtigung des Kundeninteresses (sog. Kundenzeichnung) und der Werkstattanforderungen (technische Zeichnung). Empfindungen für Gestaltungsunterschiede weckt das Unterrichtsfach "Geschichte der Goldschmiedekunst". Manches, was einem jungen Menschen als "modern" in seinem Alltag vorgekommen ist, wird bei dem geschichtlichen Überblick ursächlich in einem neuen Zusammenhang gesehen.

Von den allgemeinbildenden Fächern zählt die Wirtschaftskunde zu den maßgebenden Fächern der Kenntnisprüfung der Kammern. Die besondere Chance der Allgemeinbildung liegt im fächerverbindenden Unterricht mit Inhalten, die sowohl beruflich als auch privat bedeutsam sein können. Der private Geschäftsbrief oder die mündliche Stellungsnahme gehören ebenso dazu wie die Bereitschaft zur Übernahme von Eigenverantwortung.




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