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GG (Graduate Gemologist) und FGA (Fellow of the Gemmological Association of Great Britain) Mitglied im Landesverband Hamburg im Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen e.V.


GIH - Kurier 91 - Doubletten zur Smaragdimitation

Ein aufmerksamer Beobachter sollte sofort Verdacht schöpfen, denn eine geschlossene Einfassung deutet fast immer darauf hin, dass etwas verborgen werden soll.

Smaragdfarbige Doubletten aus Bergkristall hat es wahrscheinlich schon im Altertum gegeben. Seit dem 16. Jahrhundert wurden sie in Europa zur Nachahmung von Smaragd verwendet und stellten insbesondere im 19. Jahrhundert die am meisten gebräuchliche Imitation dar. Es sind noch eine Reihe von Exemplaren in Familienbesitz erhalten geblieben. Im 20. Jahrhundert setzte sich die Tradition fort, insbesondere dewegen, weil es in der ersten Jahrhunderthälfte noch keine synthetischen Smaragde gab (abgesehen von wenigen gelungenen Versuchen zur Herstellung der Synthese).

Seit 1930 wurde farbloser synthetischer Spinell bei der Doubletten-Herstellung verwendet, und in den 60er Jahren kam der farblose Beryll in Mode.

Doubletten aus farblosem Beryll sind besonders gefährlich, weil ein mit Halbwissen ausgestatteter Beobachter leicht zu täuschen ist.

Grundsätzlich besteht eine Doublette aus zwei Teilen, die zusammengeklebt sind. Es gibt z.B. Diamant-Doubletten, Doubletten aus Saphir und synthetischem Saphir, Opal-Doubletten, Granat-Glas-Doubletten und insbesondere die gerade erwähnten smaragd-farbigen Doubletten. Letztere bestehen in der Regel aus einem farblosen Ober- und Unterteil, das in der Mitte mit grünem Farbstoff zusammengeklebt ist. Der grüne Farbstoff lässt den Stein grün erscheinen, dabei ahmt er eine hervorragende Smaragdqualität nach.

Die in diesem Sommer vorgelegten Stücke enthielten Doubletten aus farblosem Beryll und aus Bergkristall.

Die Erkennung ist einfach. Die Messung des Brechungsindex auf dem Refraktometer stellt zunächst das Material fest. Wenn es sich um Bergkristall handelt, ist die Entscheidung schnell gefällt. Da Smaragd selbst ein Beryll ist, wird die Beryll-Doublette einen dem Smaragd vergleichbaren Brechungsindex liefern. Hier liegt die erste Hürde für den Untersuchenden mit Teil- oder Halbwissen.

Im Mikroskop lässt sich die Klebefläche erkennen, die in der Regel Luftblasen aufweist. Doch auch hier ist Vorsicht ge-boten, denn die Beobachtung erfordert einen geschulten Blick. In farblosem Beryll sind darüberhinaus Risse, Fahnen mit Flüssigkeitstropfen und Zweiphaseneinschlüsse zu sehen, die für den wenig geübten Beobachter mit den Einschlüssen im Smaragd verwechselt werden können.

Die einfachste Methode zum Erkennen von Doubletten ist, sie in ein Glas mit Wasser oder – noch besser – in Benzoesäurebenzylester zu halten (der Brechungsindex der Flüssigkeit liegt im Bereich des Brechungsindex von Beryll) und zu drehen. In einem bestimmten Blickwinkel werden das Ober- und das Unterteil farblos erscheinen. Wenn Wasser verwendet wird, erscheint nur das Oberteil farblos.

Doubletten in Schmuckstücken sind etwas schwieriger zu handhaben und verlangen mehr Geschicklichkeit.

Das Bild auf der linken Seite zeigt den oben abgebildeten Anhänger in einer Kuvette mit Benzoesäurebenzylester. Nur die untere Hälfte des Anhängers wird von der Flüssigkeit bedeckt.

Der Stein erscheint farblos, während die obere, noch in Luft befindliche Hälfte grün erscheint.

Die vorgelegten Stücke lassen den Schluss zu, dass sie aus ein und derselben Quelle kommen und bewusst zum Zweck des Betruges auf den Markt gebracht werden.

Leihhäuser scheinen eine bevorzugte Anlaufstelle zu sein.




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