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Strack, Elisabeth
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GG (Graduate Gemologist) und FGA (Fellow of the Gemmological Association of Great Britain) Mitglied im Landesverband Hamburg im Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen e.V.


GIH - Kurier 90 - Aus dem Alltag des Edelsteinlabors
Untersuchung/Bestimmung von 4 Zuchtperlen

Es wurden vier Zuchtperlen vorgelegt, die als Akoya-Zuchtperlen gekauft worden waren.

Es handelt sich um zwei größere barocke Perlen (Größe 15x10.3x9.6mm und 13.2x12x9.6 mm) und 2 kleinere Perlen von unrunder bis barocker Form (7.3mm und 7.8x7.1mm).

Die Perlen haben eine hellgraue Farbe, die in Ton und Intensität übereinstimmt, und alle vier Perlen weisen einen leichten Violettton auf und zeigen dunklere, blaugraue Stellen. Unter Vergrößerung (Mikroskop, ca.40x) ist zu erkennen , dass die dunklen Stellen von Conchynablagerungen unmittelbar unter der Oberfläche herstammen. Eine kleine Perle zeigte offene Sprünge auf der Oberfläche, unter denen ebenfalls bräunliche Conchynablagerungen zu sehen waren.

Die Untersuchung ergab, dass es sich um naturfarbige Zuchtperlen mit Perlmuttkern handelt. Der Kern ist auf dem abgebildeten Radiogramm (Röntgenschattenbild)einer Perle gut zu erkennen. Es zeigt ebenfalls deutlich, dass zwischen Kern und aufgewachsener Perlschicht eine dunkel erscheinende Schicht aus organischer Substanz (Conchyn) abgelagert worden ist. Sie ist wahrscheinlich der Grund für die graue Farbe. Es kann bei den zwei größeren Perlen eindeutig aus geschlossen werden, dass es sich um Akoya-Zuchtperlen handelt. Letztere können nur in Größen bis maximal 12mm gezüchtet werden.

Die zwei kleineren Perlen stimmen in der Farbe mit den größeren Perlen überein und weisen auf dem jeweiligen Radiogramm eine wesentlich höhere Schichtdicke als Akoya-Zuchtperlen auf.

Es kann wahrscheinlich davon ausgegangen werden, dass es sich bei allen vier Perlen um Südsee-Zuchtperlen handelt. Es sei hier noch einmal an die Definition von Akoya-Zuchtperle erinnert: Es handelt sich dabei um Meerwasserzuchtperlen, die in Japan oder in China mit der Perlmuschel Pinctada martensii bzw. Pinctada chemnitzii (in China) unter Verwendung eines runden Kerns aus weißem Perlmutt gezüchtet werden.
Radiogramm (Röntgenschattenbild)
Radiogramm (Röntgenschattenbild)

Die durchschnittliche Größe geht von 5-9mm. Gößen über 9mm sind Raritäten und Größen unter 5mm werden immer weniger gezüchtet, da sie immer mehr von kernlosen Süßwasserzuchtperlen vom Markt verdrängt werden.




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