 |
  |
Strack, Elisabeth Gemmologisches Institut Hamburg
Gerhofstraße 19
D-20354 Hamburg
|
Tel: 0049 40 352011
Fax: 0049 40 34 34 19
E-Mail senden
Website öffnen
|
|
GG (Graduate Gemologist) und FGA (Fellow of the Gemmological Association of Great Britain)
Mitglied im Landesverband Hamburg im Bundesverband der
öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen e.V.  |
|
GIH - Kurier 90 - Neue Bücher Ou Yang Chiu Mei: Jadeite Jade
Frau Ou Yang ist eine engagierte Gemmlogin aus Hongkong, die in China als führende Persönlichkeit auf dem Gebiet der Gemmologie gilt. Sie ist auf der Insel Billiton in Indonesien, einem Zentrum für den Zinnabbau, geboren. Ihr Großvater kam ursprünglich aus China, und er hatte das Land während der Qing-Dynastie, vor der Revolution, verlassen müssen. Er arbeitete als Bergmann in den Zinnminen.
Schon als Kind fing Chiu Mei Ou Yang an, Tektite zu sammeln, die ihr von den Bergleuten zugesteckt wurden. Als ihr Großvater das erste Mal wieder nach China zurückfahren konnte, brachte er Jadeamulette als Geschenke mit zurück. Aus dem ersten Interesse an Steinen entstand der Wunsch, Geologie zu studieren.
Frau Ou Yang ging allein nach Beijing und zog in den siebziger Jahren nach Hongkong. Dort kam sie zum ersten Mal in Kontakt mit der Gemmologie und ihr frühes Interesse an Jadeit wurde intensiviert, da ein großer Teil der rohen Jadeitblöcke aus Burma direkt nach Hongkong exportiert wurde. Sie widmete ihre Diplomarbeit der Studie von burmesischem Jadeit und besuchte von den späten achtziger Jahren an regelmäßig nicht nur die jährlichen Jadeitauktionen in Rangoon, sondern auch die Vorkommen in Oberburma.
Im Vorwort zu ihrem Buch sagt sie selbst, dass Jadeit eine große Faszination auf sie ausübt, da er in einer so großen Farbenpalette auftritt: lavendelfarbig, grün, schwarz, gelb, rot u.a. Der Entstehungsvorgang ist kompliziert, da er eine Reihe von Stadien umfasst, die zu verschiedenen Strukturen und verschiedenen Stufen der Durchsichtigkeit führen. Chinesen glauben, dass Jade Glück bringt und die Gesundheit schützt. Aus diesem Grund stellen sie gerne Statuen aus Jade in ihren Häusern auf und tragen Jadeschmuck.
Dies hat zu einer Vielfalt in der künstlerischen Gestaltung und zu ausgeklügelten Schnitztechniken geführt. Smaragdgrüner, durchsichtiger Jadeit kann unvorstellbar hohe Preise erzielen, der Verkauf konzentriert sich auf den internationalen und insbesondere auf den hochkarätigen chinesischen Markt. Jade im allgemeinen ist in Europa wenig bekannt, und nur wenige Juweliere wissen, dass hohe Preise möglich sind. Das Buch ist in zehn Kapitel aufgeteilt, es umfasst 200 Seiten und etwa 200 farbige Abbildungen. Es ist als allgemeine Einführung in das Studium von Jadeit gedacht. Die Entstehung, der Aufbau und die Farbvariationen werden beschrieben.
Die Vielfalt der Behandlungsmöglichkeiten zur Farbverbeserung wird aufgezeigt, und es werden die zahlreichen Nachahmungen vorgestellt. Frau Ou Yang hat bereits vier Bücher zu diesem Thema in chinesischer Sprache Veröffentlicht. Das vorliegende in englischer Sprache ermöglicht es Europäern vielleicht zum ersten Mal, direkt von einer Kennerin in das Gebiet eingeführt zu werden. Frau Ou Yang gilt heute weltweit als Kapazität in der Jadeforschung. Sie hat in Hongkong ein eigenes Edelsteinlabor, ich habe sie dort bereits bei meinem ersten Besuch in den achtziger Jahre kennengelernt.
|
Dieser Eintrag ist in folgenden Kategorien gelistet:
Verlage
Schulen, Akademien, Aus- und Weiterbildung für S C H M U C K und GEMMOLOGIE
Sachverständige, Gutachter |