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GG (Graduate Gemologist) und FGA (Fellow of the Gemmological Association of Great Britain) Mitglied im Landesverband Hamburg im Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen e.V.


GHI - Kurier 89 - Tahiti-Zuchtperlen: der Markt etabliert sich

Die vermehrte Öffentlichkeitsarbeit der Zuchtperlenindustrie von Französisch-Polynesien scheint Früchte zu tragen. Für das Jahr 2004 wird mit einer stärkeren Nachfrage gerechnet, die sich bereits jetzt durch gute Ergebnisse auf den letzten Auktionen in Hongkong und einen weltweiten Anstieg der Endverbraucherpreise ankündigt.

Damit scheint der Abwärtstrend der letzten Jahre endgültig gebannt, der nicht zuletzt durch die Tatsache hervorgerufen worden war, dass niedrige Qualitäten, trotz aller Exportkontrollen, direkt von Französisch-Polynesien aus auf den internationalen Markt gelangten.

Die Regierung des Landes strebt bereits nach einiger Zeit danach, die Produktion besser zu kontrollieren. Doch scheint der Grund nicht nur darin zu liegen, dass niedrige Qualitäten, entgegen den Exportvorschriften, ungehindert auf den Markt kommen. Die Situation scheint auch damit zusammenzuhängen, dass immer wieder Farmer in finanzielle Schwierigkeiten geraten und dann ihre gesamte Produktion zu Schleuderpreisen an Händler aus Hongkong oder Japan verkaufen.

Die ausländischen Händler verkaufen ihrerseits schnell und billig weiter, weil sie anscheinend Angst haben, ihre Ware ansonsten nicht schnell genug wieder loswerden zu können.

Schon im Januar 2004 war zu hören, dass Perlen in Tahiti nur noch über Auktionen oder über von der Regierung akkreditierte Organisationen verkauft werden sollen. Farmer, die in Geldnot sind, würden dann sofort die Hälfte des tatsächlichen Preises und den Rest zu einem späteren Zeitpunkt erhalten, wenn die Organisation selbst einen Käufer gefunden hat. Ein solches System könnte verhindern, dass Farmer ihre Perlen verschleudern und damit allen schaden. Im Land wurden bereits kritische Stimmen laut, die der Meinung sind, dass jede Form von Kontrolle den freien Wettbewerb stört und sich letzten Endes wieder negativ auf den Markt auswirken könnte.

Interessant ist, dass unmittelbar nach Bekanntgabe der möglichen Einführung eines festen Kaufsystems die Preise sich in Tahiti sofort zu stabilisieren begannen. Das System ist bis jetzt noch nicht in die Tat umgesetzt worden.





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