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GHI - Kurier 89 - Neue Bücher
Ted Themelis: Beryllium-Treated Rubies and Sapphires
Ted Themelis, ein überaus engagierter Gemmologe, hat über seine eigenen Expertimente zur Farbveränderung von Rubinen und Saphiren mit Beryllium-Behandlung ein Buch geschrieben.
Er führte die Experimente in seinem eigenen thermo-chemischen Labor in Bangkok durch und gibt eine umfangreiche Darstellung der Behandlungen an Saphiren und Rubinen aus Madagaskar, Tansania, Thailand, Montana (USA), Australien, Sri Lanka, Myanmar (Burma) und Vietnam. Darüber hinaus werden die Erkennungsmöglichkeiten anhand der Einschlussbilder demonstriert.
Das Verfahren wurde erst vor zwei Jahren bekannt, und seine Entdeckung sorgte für beträchtliche Verunsicherung. Es war in Thailand entwickelt worden und wurde erst entdeckt, nachdem auffallend viele rosa-orange „Padparadschahs“ auf dem japanischen Markt verkauft worden waren.
Das Verfahren unterscheidet sich von den herkömmlichen Hitzebehandlungen durch die Hinzufügung des Elementes Beryllium, mit dem eine Veränderung der Farbe des zu behandelnden Korundes erzielt wird. Außerdem müssen, um das Beryllium im Korund zu einer gleichmäßigen Verteilung zu bringen, viel höhere Temperaturen als im Normalfall angewandt werden.
Hell rosafarbige Saphire lassen sich z.B. in intensive Rosa-Orange-Töne umwandeln, die der gesuchten Farbe des „Padparadschah“ entsprechen.
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 | Padparadschah ist die Bezeichnung für Saphire, die eine natürliche rosa-orange Farbe eines ganz bestimmten Tons aufweisen. Rubine von durchschnittlicher Farbe können in feine rote Farben umgewandelt werden und zu dunkelblaue Saphire lassen sich zu einem schöneren, intensiven Blau aufhellen.
Da das farbgebende Mittel, eben Beryllium, während der Hitzebehandlung zugeführt wird, kann sich die neue Farbe entweder in einer flachen, oberflächlichen Lage konzentrieren, während das Innere des Steines die ursprüngliche Farbe behält. Oft geht die Penetrationstiefe über die oberflächliche Lage hinaus und gar nicht so selten durchzieht sie den gesamten Stein.
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Die Methode wurde durch Zufall entdeckt, nachdem es einem Händler aus Chantaburi in Thailand gelungen war, bläulich-roten Korund aus Songea in Tansania in eine feine orange bis orange-rote Farbe zu umzuwandeln. Dies war gegen Ende des Jahres 2001, und ungefähr zur gleichen Zeit begannen padparadschahfarbige Saphire auf dem Markt zu erscheinen, die Anzeichen der Erhitzung mit einem Hochtemperaturverfahren zeigten. Dies traf insbesondere auch auf Saphire aus Madagaskar zu.
Im Januar 2002 gaben die American Gem Trade Association (AGTA) und die Firma Pala International eine erste Warnung heraus. Es kann heute davon ausgegangen werden, dass der Beryllium-Diffusions-Prozess inzwischen das am weitesten verbreitete Verfahren zur Farbveränderung von Korunden ist. Dabei führen schon winzige Anteile des Elementes, im Größenbereich von 10-35 ppm (parts per million), zu einer Vielzahl von Farben.
Wenn auffallend feine rosa-orange-farbige Saphire angeboten werden, ist unbedingt Vorsicht geboten. Die Erkennung im gemmologischen Standardlabor kann schwierig sein. Ein wichtiger Punkt ist wahrscheinlich, dass die Saphire ein unnatürliches Aussehen haben.
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Es gibt Anzeichen, die auf die Behandlung hindeuten. Vor allem die Steine der anfänglichen Produktion zeigen, neben einem inneren rosafarbigen Kern, deutlich gelblich-orangefarbige äußere Zonen, die parallel zur Oberfläche des Steines verlaufen (s.Abbildung).
Letzeres ist insbesondere ein Erkennungsmerkmal, zumal Wachstumszonen bei natürlichen Korunden der ursprünglichen Kristallform und nicht der Form des geschliffenen Steines folgen.
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Vorhandene Kristalleinschlüsse überleben den Behandlungsprozess nur selten. Rutilnadeln verschwinden und Zirkonkristalle werden oft in eine unregelmäßiger Masse verwandelt, die von Spannungsrissen umgeben ist, auf denen rekristallisiertes Material zu finden ist. Es kann sich dabei um Korund selbst handeln, der in rekristallisierter Form als synthetischer Korund auftritt Ablagerungen von synthetischem, rekristallisiertem Korund sind manchmal auch auf der Oberfläche der behandelten, geschliffenen Steine zu finden. Normalerweise werden sie durch Nachschleifen entfernt.
Die Abbildungen wurden dem Buch von Ted Themelis entnommen. Kontaktadresse: ted@themelis.com
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