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Strack, Elisabeth
Gemmologisches Institut Hamburg

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GG (Graduate Gemologist) und FGA (Fellow of the Gemmological Association of Great Britain) Mitglied im Landesverband Hamburg im Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen e.V.


Die bisherige Definition von „Keshi-Zuchtperlen“

Das Wort „keshi“ dient in der japanischen Umgangssprache zur Bezeichnung eines kleinstmöglichen Teilchens, u.a. wird das Mohnsamenkorn so genannt.

Die ersten Züchter verwandten den Slang-Ausdruck für winzige Perlchen, die sie in operierten Muscheln zusätzlich zu den gezüchteten Perlen vorfanden. Sie verdanken ihre Entstehung der Streuung von perlbildenden Epithelzellen des ursprünglich zusammen mit dem Kern eingepflanzten Gewebeteilchens, die sich zu einem Sack zusammenschliessen und nun ihrerseits eine Perle produzieren.

Sie können aber auch entstehen, wenn der Kern ausgestoßen wird
und der Perlsack weiter produziert. Eine weitere Erklärung ist, dass
Verletzungen der Schale und des Mantels der Muschel, die während des
Operationsvorgangs entstehen, zur Verlagerung von Epithelzellen des Mantels in dessen Bindegewebe führen, wo sie einen Perlsack bilden können.

Aufgrund der geringen Wachstumsrate sind die entstehenden Perlen winzig klein, im Bereich von 1-2mm.. Die „Akoya-Keshis“ , wie sie auch genannt werden , sind nicht ganz rund, eher halbmondförmig bis barock, sie lassen sich zu attraktiven, mehrreihigen Colliers zusammenstellen, die in den Bereich des hochwertigen Juwelenschmucks gehören.

Seit etwa 1980 wird die Bezeichnung auch für weiße und schwarze Südsee-Zuchtperlen verwendet, die keinen eingepflanzten runden Kern aus Perlmutt enthalten. In den achtziger und neunziger Jahren kamen vermehrt„Südsee-Keshis“ und „Tahiti-Keshis“ auf den Markt, die in den Größenordnungen der Perlen mit Kern aus den entsprechenden Zuchtgebieten kommen, in der Form aber barock sind. Die Ursachen für die Entstehung entsprechen denen für japanische „Keshis“, hinzu kommt noch eine weitere Ursache, nämlich die bewusste Erzeugung durch eine Gewebeimplantat. Es handelt sich dann um kernlose Zuchtperlen und nicht mehr um ungeplante Nebenprodukte der Zucht von Perlen mit Kern.

Die meisten „Südsee-Keshis“ und „Tahiti-Keshis“ dürften von Farmen kommen,deren Operationstechnik nur ungenügend entwickelt ist, d.h. sie entstehen, wenn der Kern ausgestoßen wird oder wenn der Operateur ungewollt Verletzungen herbeiführt. Die besseren Farmen werden danach streben, möglichst runde Perlen mit Kern zu züchten. Die „Keshis“ haben trotzdem ihren Platz auf dem Markt behauptet und zeitweise ist die Nachfrage größer als das Angebot.



Auf der Abb. rechts:
So genannte „Double Keshis“ in annähernd rechteckiger Form.

Foto: Lois Berger





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