Die Edelsteine
An der ersten Stelle steht Peridot,
gefolgt von Aquamarin. Dabei spielen auch
ausgesuchte Exemplare für Sammler eine Rolle, die Kristalle von
Edelsteinqualität im Muttergestein zeigen. Aus dem pakistanischen Gebiet von
Azad-Kaschmir im Himalaya kommen grüne und zweifarbige
Turmaline, orangerote Spessartine und
rosarote bis rote Rubine und Spinelle. In der Gegend von Katlang im
nordwestlichen Mardan-Distrikt werden rosa und lilafarbige
Topase abgebaut, die von Sammlern international gesucht sind. Das
Rubinvorkommen von Ningaimali im Shontar-Tal in
Azad-Kaschmir liegt in einer Höhe von 4.400 Metern . Eine mit Unterstützung der
Vereinten Nationen durchgeführte Studie sagt eine Reserve von 25 Tonnen voraus.
Smaragd kommt im Swat-Gebiet vor, die Vorkommen ziehen
sich über eine etwa 70 km lange Strecke, die drei bekanntesten Vorkommen sind
Shamozai, Mingora und Gujjar Killi. Der Abbau stand bis jetzt unter keinem
glücklichen Stern. Es sind außer-ordentlich feine Exemplare bekannt geworden,
die mit den besten kolumbianischen Smaragden verglichen werden können. Neben
Smaragd kommen auch grüner Grossular und
Demantoid (beides Granate)
aus dem Swat-Gebiet. Zwei pakistanische Organisationen kümmern sich um die
Entwicklung des Edelsteingeschäftes.
Es sind dies das
Export Promotion Bureau of Pakistan
und die
All Pakistan Commercial Exporters Association of Rough and
Unpolished Precious and Semi Precious Stones.
Sie organisieren jeweils im Oktober eine viertägige Messe in
Peshawar, die bisher noch kaum die so dringend benötigten Käufer aus dem Ausland
angezogen hat. Der jetzige Industrieminister hat führende private Firmen im Land
um Mithilfe gebeten. Das Resultat dieser Bemühungen, die von der amerikanischen
Regierung mit Hilfe der Agency for International Development
unterstützt werden, zeigt sich schon darin, dass es jetzt Edelsteinbörsen in
Peshawar und Quetta gibt, wo die Rohsteine verkauft werden können. In den Börsen
wird es in Zukunft neben Händlern auch Schleifreien, Untersuchungslabors und
Zollämter geben, letztere sind vor allem für ausländische Käufer wichtig, die
ihre Waren exportieren wollen. Für die Zukunft erhofft man sich eine
Stabilisierung der Preise und des Angebots und auch die Möglichkeit, einen
statistischen Überblick über die Gesamtproduktion zu bekommen. Darüberhinaus ist
es nötig, aus dem Ausland das nötige Know-how zum Schleifen von Steinen zu
importieren und Trainingszentren für die Vermittlung von gemmologischem Wissen
einzurichten.
Der GIH – Kurier ist eine Veröffentlichung des Gemmologischen
Institut Hamburg.
Inh. Elisabeth Strack
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