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Strack, Elisabeth Gemmologisches Institut Hamburg
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GG (Graduate Gemologist) und FGA (Fellow of the Gemmological Association of Great Britain)
Mitglied im Landesverband Hamburg im Bundesverband der
öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen e.V.  |
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Synthetische Diamanten von Gemesis Corporation
In den USA wird synthetischer Diamant seit 2002 von dem Unternehmen Gemesis Corporation in Sarasota im Bundesstaat Florida in regelmäßigen Mengen produziert und weltweit vermarktet. Die Firma wurde von Carter Clarke, einem pensionierten Brigadegeneral, gegründet, der vorher schon auf anderen Gebieten geschäftlich erfolgreich gewesen war. Das Herstellungsverfahren war ihm im Dezember 1995 bei einem Besuch in Novosibirsk zum Kauf angeboten worden. Drei Monate später hatte er die ersten drei Apparaturen gekauft. Es dauerte fast acht Jahre, bis die aus Russland in die USA übergesiedelten Wissenschaftler zusammen mit amerikanischen Ingenieuren das Verfahren perfektioniert hatten.
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Im Oktober 2003 standen schon etwa 24 sog. BARS-Apparaturen zur Verfügung, die etwa 600 Karat im Monat produzieren konnten. Es handelt sich um eine in Russland entwickelte Variante der ursprünglichen Belt-Apparatur, das Wort Bars bezeichnet den aus zwei Halbkugeln bestehenden Aufbau.
Diamant kann in der BARS-Apparatur im sog. Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren (High Pressure / High Temperature= HPHT)entstehen, wenn Drucke im Bereich von 50 - 65 Kilobar und Temperaturen im Bereich von 1600 –1800 Grad Celsius angewandt werden. Die entstehenden Diamantkristalle gehören zum Typ Ib, sie weisen kubooktaedrische Formen auf, die für das angewandte Verfahren charakteristisch sind.
|  Synthetische Diamanten von Gemesis
(Foto:Gemesis Corporation) |
Es können Kristalle bis zu einer Größe von 3,50 Karat hergestellt werden. Für die Zukunft ist geplant, die maximale Größe auf 5 Karat und damit die Durchschnittsgröße auf etwa 3 Karat zu erhöhen. Das Angebot an geschliffenen Diamanten liegt in Größen zwischen 0.25 und 1.85 Karat.
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 Kubo-oktaedrische Formen sind für die synthetischen Diamantkristalle von Gemesis charakteristisch (Foto: Gemesis Corporation) | Das Unternehmen konzentriert sich auf die Produktion von gelb-orangen Tönen und begründet dies damit, dass intensive Gelbtöne gerade en vogue sind.
Der wirkliche Grund dürfte dagegen sein, dass die Herstellung von farblosen Diamanten wesentlich aufwändiger ist, weil sie die Reduzierung von Stickstoff verlangt. Stickstoffatome, die Kohlenstoffatome ersetzen, sind für die gelbe Farbe verantwortlich.
Die angebotenen Farben liegen im Bereich von Fancy Yellow, FancyYellowish Orange, Fancy Orangy-Yellow bis Fancy Vivid Yellow und Fancy Vivid Orange.
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Die Preislagen sind deutlich niedriger als für natürliche Phantasiefarben, liegen aber immer noch im Bereich von etwa $ 2,000 bis $ 5,000 per Karat. Für die Zukunft ist die serienmäßige Herstellung von farblosen, rosa, roten und blauen synthetischen Diamanten geplant. Sie treten z.Z. eher vereinzelt auf.
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Die angebotenen Reinheitsgrade liegen im oberen bis mittleren Bereich, sie gehen von VS bis SI. Piqué-Grade werden grundsätzlich nicht angeboten, und IF- und VVS-Grade stellen Ausnahmen dar.
Die Kristalle werden an Schleifereien in verschiedenen Ländern in Auftrag gegeben. Die größten Kristalle werden in New York geschliffen, mittlere Größen in Israel und kleinere im Fernen Osten.
Der Verkauf erfolgt nur über etablierte Kanäle innerhalb der Schmuckindustrie. Gemesis legt selbst den synthetischen Ursprung offen, die geschliffenen Steine werden mit einer Laserinschrift an der Rundiste gekennzeichnet.
|  Gemesis stellte bereits farblose, rosa und blaue synthetische Diamanten her. Die Serienproduktion ist vorgesehen. (Foto: Gemesis Corporation) |
In Europa wird Gemesis durch die Niederlassung Gemsmart in München vertreten. Im Februar 2004 stellte das Unternehmen zum ersten Mal auf der Inhorgenta aus, im Frühjahr 2004 zum ersten Mal in Basel.
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 Anhänger aus der Gemesis-Kollektion mit gelbem synthetischem Diamant (Gelbgold und kleine weiße natürliche Diamanten)
(Foto: Gemesis Corporation) | In den USA verwendet Gemesis den Zusatz„cultured“, spricht also von „cultured diamonds“. Die deutsche Übersetzung „Zucht-Diamant“ ist dagegen 2004 vom Landgericht München untersagt worden. Das Gericht gab damit einer Klage der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs statt. In Deutschland muss von synthetischen oder künstlichen Diamanten gesprochen werden.
Die Erkennungsmöglichkeiten:
Charakteristisch für Gemesis-Synthesen sind Einschlüsse aus der Metallschmelze, deren Erscheinungsbild an gegossenes Blei erinnert. Farbzonierungen sind ein weiteres typisches Merkmal.
Unter dem Mikroskop sind häufig schmale farblose Zonen zu erkennen, die keil- oder t-förmig aussehen und am besten bei der Betrachtung durch das Unterteil zu erkennen sind. Mit der Wachstumszonierung steht ein kreuzförmiges grünes Fluoreszenzmuster in Beziehung, das unter ultraviolettem Licht zu sehen sein kann.
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(Die Informationen sind einem Artikel von Elisabeth Strack in der Ausgabe der 3/2005 der Zeitschrift „Diamond Business“ entnommen).
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