|
|
Anbieter
 |
 |
Wienerroither & Kohlbacher GmbH Kunsthandel - Austrian Fine Art
Strauchgasse 2 (neben dem Café Central)
A-1010 Wien
|
Tel: 0043 1 533 99 77
Fax: 0043 1 533 99 88
E-Mail senden
Website öffnen
|
|
Den Schwerpunkt unseres Galerieprogrammes bilden die
österreichische Klassische Moderne und Kunst der
Zwischenkriegszeit, insbesondere Oskar Kokoschka und die Künstler
des Hagenbundes
 |
|
CARL MOLL Wien 1861 – 1945 Wien
Carl Moll wird am 23. April 1861 in Wien geboren. Seine erste Ausbildung erhält er bei dem Wiener Landschaftsmaler Carl
Haunold. 1880/81studiert er an der Wiener Akademie bei Christian Griepenkerl. Sein eigentlicher Lehrer wird jedoch Emil
Jacob Schindler, dessen Privatschüler er von 1881 bis 1892 bleibt, und den er auf vielen seiner Reisen begleitet. Nach Schindlers
Tod im Jahre 1892 verbringt Moll drei Sommer studienhalber in Lübeck, Danzig und Lüneburg. 1895 heiratet er die Witwe
Schindlers und wird so der Stiefvater von Alma Mahler.
Carl Moll ist eine der hervorragendsten Künstlerpersönlichkeiten der Wiener Secession, des Wiener Kunstlebens um und nach
1900. Als Schüler Emil Jakob Schindlers macht er sich zunächst dessen von Stimmungen getragene Landschaftsmalerei zu
Eigen, wendet sich später der Komposition von Interieurs zu, die zu den charakteristischsten Werken der secessionistischen
Malerei zählen. Als Mitbegründer der Secession im Jahr 1897 hat er an der Seite Gustav Klimts wesentlichen Anteil an den
großen Leistungen und Erfolgen dieser Künstlervereinigung, die er mit der so genannten "Klimt–Gruppe" im Jahr 1905, nach
"acht goldenen Jahren", wie man sie gleich danach nennt, verlässt.
Molls Landschaftsbilder, meist im damals üblichen quadratischen Format, vermitteln Ruhe und Harmonie; sie zeigen sehr oft
Motive aus Heiligenstadt oder Grinzing am Rande Wiens, der unmittelbaren Umgebung vom Haus des Künstlers. Dabei
interessiert Moll vor allem der Wechsel der Jahreszeiten und wie sich dieser in vielfältigen Variationen, in regelrechten
Bildgruppen ähnlicher Motive im Spiel des Lichts äußert. Der Schwerpunkt von Molls Kunst liegt nicht so sehr in der
Wiedergabe des Motivs als in seiner Interpretation, insofern und im Charakter der zurückhaltenden, pastelligen Farbigkeit liegt
die Verwandtschaft zur Landschaftsmalerei Gustav Klimts auf der Hand. Wie kein anderer versteht es Moll, das traditionelle
stimmungsvolle Landschaftsbild als virtuose Lichtmalerei neu erstehen zu lassen. Auch in diesem Sinn, als Mittler zwischen Alt
und Neu ist er ein wahrer Repräsentant der Wiener Secession. Moll ist Mitorganisator der "Kunstschau" 1908 und 1909, den
wichtigsten nachsecessionistischen Kunstereignissen Wiens. Bis 1912 ist er künstlerischer Leiter der renommierten Galerie
Miethke und veranstaltet zahlreiche Ausstellungen (Waldmüller, Romako, van Gogh, Cézanne). Ab 1912 unternimmt Moll im
Auftrag von privaten Sammlern zahlreiche Reisen nach Venedig, Florenz und Rom.
1930 macht Moll mit seiner Frau eine letzte große Reise nach Algerien. Zahlreiche Algier-Ansichten und Straßenszenen
entstehen. 1931 erhält Moll die Goldene Staatsmedaille und wird Ehrenbürger der Stadt Wien. 1938 stirbt Anna Moll. Mit
Ausbruchdes 2. Weltkrieges übersiedelt Moll in das ehemalige Mahlerhaus auf der Rax, wo letzte Landschaften entstehen. 1942
organisiert Moll zum 100. Geburtstag von Emil Jakob Schindler eine Ausstellung. Nach dem Einmarsch der russischen Truppen
im Jahre 1945 wählen Carl Moll, seine Tochter Maria und deren Mann den Freitod.
Carl Moll was born in Vienna on 23 April 1861. His first training as an artist was with the Viennese landscapist Carl Haunold.
In 1880/81 he studied at the Vienna Academy with Christian Griepenkerl, yet his real teacher was Emil Jakob Schindler. Moll
was Schindler’s private student from 1881-92 and accompanied him on many of his travels. After Schindler died in 1892, Moll
spent three summers pursuing his studies in Lübeck, Danzig and Lüneburg. In 1895 he married Schindler’s widow, thus becoming
the stepfather of Alma Mahler.
Carl Moll was one of the most outstanding artist personalities from the Vienna Secession and the Viennese art scene around
and after 1900. As a student of Emil Jakob Schindler he at first adopted his style of landscape painting that was imbued with atmosphere.
Later he turned to compositions of interiors that are among the characteristic works of Secessionist painting. As a
co-founder of the Secession in 1897 he played beside Gustav Klimt a significant part in the great achievements and successes of
this artist association. After ‘eight golden years’, as they were later termed, he left this association in 1905 with the so-called
‘Klimt group’.
Moll’s landscapes, usually in the square format that was typical of the time, convey a sense of tranquillity and harmony. They often
show motifs from Heiligenstadt or Grinzing on the outskirts of Vienna and in the immediate vicinity of the artist’s house.
What interested Moll most were the changing seasons and how these are manifested in the play of light, which he captured in
variations in groups of pictures based on similar motifs. The focus of Moll’s work is not so much the representation of the motif
as its interpretation. This, as well as the character of the muted, pastel colouring, demonstrates the affinity with Gustav Klimt’s
landscapes. Moll, like no other, knew how to revive the atmospheric landscape in masterly light painting. In this sense also, as
mediator between old and new, he is a true representative of the Vienna Secession.
Moll was one of the organizers of the important Kunstschau exhibitions in 1908 and 1909. Until 1912 he was the artistic director
of the acclaimed Galerie Miethke where he organized a wide variety of exhibitions (Waldmüller, Romako, van Gogh,
Cézanne). From 1912, private collectors commissioned Moll to travel to Venice, Florence and Rome.
In 1930 Moll embarked on his last major trip with his wife to Algeria, where he painted many views of Algiers and street scenes.
One year later, in 1931, Moll was awarded the Golden State Medal and was made an honorary citizen of Vienna. In 1938 his
wife Anna Moll died. When the Second World War broke out, Moll moved to the former ‘Mahler house’ on the Rax mountain,
where he painted his last landscapes. In 1942 he organized an exhibition in honour of Emil Jakob Schindler’s hundredth birthday.
After the invasion of Russian troops in 1945, Carl Moll, his daughter Maria and her husband committed suicide. |
Dieser Eintrag ist in folgenden Kategorien gelistet:
Kunsthändler und Galerien |
|
|