Öl auf Holz, 56 x 79 cm, gerahmt, (Wo)
Provenienz: Arthur Sanderson, Edinburgh; Christie's, London, 3. Juli 1908, lot 89 als Aelbert Cuyp (89,5 Pfund); Howard Galleries, New York, 1928 als Aelbert Cuyp; Vose Galleries, Boston, von diesem vom Museum in Boston erworben als Aelbert Cuyp.
Ausgestellt: London, The Royal Academy, Winter-Exhibition, 1903, Nr. 80, als Aelbert Cuyp.
Literatur: C. Hofstede de Groot, Hollandsche Kunst in Schottland, Oud Holland, Amsterdam 1983, XI, Bd. II, S.7 als Aelbert Cuyp; C. Hofstede de Groot, A Catalogue Raisonné, etc., Bd. II,1907, S.65, Nr.192, als Aelbert Cuyp; A. Algernon, A Century of Loan Exhibition 1813-1912,, Bd. I, S.248, Nr.80 als Aelbert Cuyp; Exhibitions, International Studio, Bd.95, Februar 1930, S.76, abgebildet, als Aelbert Cuyp; Art News, Bd.28,31. Mai,1930, S.4, abgebildet als Aelbert Cuyp; R. E. Taggart, Handbook of the collections in the William Rockhill Nelson Gallery of Art Atkins Museum of Fine Arts, als Aelbert Cuyp.
Der Tier- und Landschaftsmaler Jacob van Stry setzt im 18. Jahrhundert die Tradition einer besonderen, niederländischen Form von Bukolik fort, welche sich insbesondere in Dordrecht durch Aelbert Cuyp bereits im 17. Jahrhundert etabliert hatte. Nachdem lange Zeit hindurch das Werk des Jacob van Stry mit dem des älteren Aelbert Cuyp verwechselt wurde, hat sich spätestens seit der wichtigen Ausstellung, welche in Dordrecht und Enschede im Jahre 2000 zu sehen war, ein Bewusstsein für die Qualität dieses Meisters etabliert. Beide Maler pflegten eine besondere, typisch niederländische Art der Hirtendichtung (Bukolik), für die das vorliegende Bild ein qualitätvolles Beispiel abgibt. Während in Gemälden dieser Gattung aus anderen Kunstlandschaften klassische Helden und Götter als Vorfahren des zeitgenössischen Adels die Hauptrollen in arkadischer Landschaft einnehmen, finden sich in der niederländischen Malerei tatsächlich Kühe in idyllischer Umgebung. Diese wird besonders von Cuyp und seinem Nachfolger Jacob van Stry in ein Licht gesetzt, in dessen friedlicher und ruhiger Abendstimmung sich bei Lorrain und Poussin die arkadischen Hirten ebenso wohl fühlen wie Figuren der klassischen Mythologie.
Die Kuh wird in der niederländischen Kunstliteratur jener Zeit zu einem Symbol der Fruchtbarkeit, des Wohlstands und allgemein der Niederlande. Nach dem Ende des
17. Jahrhunderts gehörten Jacob van Stry und sein Bruder Abraham zu den Künstlern, welche die holländische Malerei weiter führten und sich auch gesellschaftlich engagierten. So war Jacob nicht nur Mitglied der Dordrechter Künstlervereinigung "pictura" sondern auch Mitbegründer der "Maatschappij tot Nut van 't Algemeen", der philanthropischen und der Philosophie der Aufklärung verpflichteten "Gesellschaft zum Nutzen der Allgemeinheit".
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