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Schmuckerzeugung im 20. Jahrhundert

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gesellschaftliche Bedeutung

Art der Produktion

Stile

1900

große Schmuck-Häuser beliefern eine zunehmend bürgerlich geprägte Gesellschaft, die ihr neu erlangtes Selbstverständnis mit vormals aristokratischen Luxusartikeln ausdrückt

manufaktorielle Produktion in Betrieben mit bis zu 100 Beschäftigten – Arbeitsteilung und Spezialisierung; der Handwerker als Arbeiter

Jugendstil

1910

Einschnitt durch den Weltkrieg

 

 

1920

das Bürgertum übernimmt die Vorherrschaft des kulturellen Lebens, Schmuck wird in einem breiten Spektrum angeboten, von billigen bis enorm aufwendigen Stücken

Ausdifferenzierung der Produktionsweisen von Manufaktur bis gewerblicher Fertigung

Art Deko

1930

Schmuck wird Ausdruck des Lebensgefühls, exklusiver Modeschmuck ist elementarer Bestandteil des Schmuckverständnisses; der Schmuckhandwerker gewinnt bürgerliches Ansehen

 

 

1940

Schmuckproduktion kommt zum Erliegen

der Neubeginn nach dem Krieg erfolgt mit einfachsten Mitteln, kaum Ressourcen an Know-how und Werkzeug

 

1950

Nachkriegsproduktion läuft an; Schmuck ist neben Pelz einziger Luxusartikel, der Wert des Schmuckstückes ermisst sich vor allem aus dem Material, Arbeit ist günstig

in mittelgroßen Firmen (10-30) gewerblichen Zuschnittes wird vor allem Edelmetall verarbeitet – so gut wie keine Steine; einfache Verarbeitung

Zitate aus Vorkriegsmotiven

1960

Schmuck wird für breite Teile der Bevölkerung erschwinglich, zu Pelzen kommen jetzt Autos und Urlaub als Luxus-Konkurrenz hinzu

gewerbliche Firmen (Familien-Betriebe) versorgen die heimische Nachfrage; Rubin-Saphir-Smaragd-Brillant

‚Dreifarben-Gold’ und ‚Biedermeier-Nachbauten’

1970

Ölpreis-Schock, Goldpreis steigt um Vielfaches, Luxus-Steuer – gleichzeitig entwickelt sich ein neues Lebensgefühl: es wird bunter und im Schmuck tauchen Turmaline und „Halb-Edelsteine“ auf

der Schmuck-Handel beginnt aus Deutschland zu importiert, dort verändert sich Schmuck-Produktion hin zu industrieller Fertigung

‚Lapponia-Schmuck’ freie Formen, Schmuck als Kunst

1980

Schmuck ist nur mehr ein Teil des Angebotes von Luxusartikeln (Elektronik, Computer, Urlaub), Modeschmuck tritt auf, der Begriff „Halbedelsteine“ verschwindet

österr. Produktion tritt gegenüber Importen aus industrieller Fertigung zurück

geometrische Formen, Schmuck als Objekt

1990

eine neue, einkommensstarke Klasse entsteht: jung, Manager, Börse und schnelles Geld kommen in Mode. Schmuck steht nicht mehr für ‚konservativen Wert’ sondern für einen ‚Luxus-Gebrauchsgegenstand’. Der individuelle Schmuckerzeuger wird zum ‚Künstler’

Deutschland lagert industrielle Schmuckproduktion nach Fernost aus, heimische Produktion geht weiter zurück, Firmengröße nimmt weiter ab, Einmann-Betriebe nehmen zu

Zeit der ‚teuren Steine’, kapitalintensive Exklusivität der verwendeten Materialien

2000

Die Ausdifferenzierung von Schmuck als Verbrauchs-, Gebrauchs-, und Luxus-Gegenstand etabliert sich und bereitet damit die Startbedingungen für das Schmuckverständnis des neuen Jahrtausends vor.

32,60% aller Schmuckerzeuger (Punzierungsberechtigten) in Österreich arbeiten unter den rechtlichen Bedingungen des Künstlers und nicht mehr als Gewerbe.

die Individualität wird exklusiv, im weiten Feld verwendeter Stile


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