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Ausführliche Beschreibung Abb. 16 - Küstenlandschaft
 | | 16 Küstenlandschaft
Darstellung einer Bucht mit Häusern und einem festungsähnlichen Gebäude, vor dem Fässer und Warenballen sowie nahe dem Ufer ankernde Segelschiffe zu sehen sind.
Solche Bilder von Künstlerlandschaften mit Gütern, die aus Schiffsladungen stammten, waren wegen der Gedankenverbindung zu Abenteuern und fernen Gestanden im 18./19. Jh. sehr beliebt.
Besonders fein gestaltet ist das Zweigwerk der Bäume, wobei der Abstand einzelner Zweige voneinander nur wenige hundertstel Millimeter beträgt.
Bei dem Mikrobild handelt es sich um ein Werk des 1769 in Wien geborenen Bildhauers Nikolaus Klammer, den die Brüder Hess in Wien bereits mit zwölf Jahren als Lehrknaben aufnahmen. Später arbeitete Klammer mit größter Wahrscheinlichkeit auch im Atelier der deutschen Bildhauer G. Stephany und J. Dresch, die in London und Bath als „Sculptors in Miniature on Ivory to their Majesties“ (Elfenbein-Miniaturbildhauer Ihrer Majestäten) tätig waren.
Es wird berichtet, dass Klammer zu viel Idealist war, mit anderen Worten, dass die Ausarbeitung seiner Mikrobilder zu lange Zeit benötigte. Er litt deshalb ständig unter Geldnot, obwohl er für seine Werke nicht selten 1200 Goldgulden erzielte. Vergleichsweise dazu verdiente ein Schullehrer im ganzen Jahr etwa 75 Gulden.
Um den Künstler von seinen Geldsorgen zu befreien, übernahm der kaiserlich-königliche Hauptmann Anton Striseck Edler von Riesenthal alle Verbindlichkeiten. Klammer musste sich aber verpflichten, seine Werke nicht selbst zu verkaufen, sondern jede fertiggestellte Schnitzarbeit an seinen Schutzherrn, bis zur Tilgung der Schulden, zuzüglich 5 % Zinsen, abzuliefern.
Es wurde ihm auch nahegelegt, von der zeitraubenden Mikroschnitzerei zur Miniaturschnitzerei zu wechseln. Aus dieser Zeit stammen vor allem die für Krawatten- bzw. Busennadeln vorgesehenen, als Kleinskulpturen ausgeführten winzigen Pferdedarstellungen Klammers. |
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