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Elefantenzahn

Als längster Stoßzahn gilt ein 3,1 m langes Exemplar, das von einem in der Nähe des Kilimandscharo erlegten Elefanten stammt und dessen Gewicht mit 103 kg angegeben wird

Das Elfenbein des Elefanten wird manchmal auch als "echtes" oder "klassisches Elfenbein" bezeichnet. Es stammt von den beiden Stoßzähnen des Elefanten, die im Laufe der Evolution aus den beiden letzten Schneidezähnen des Oberkiefers hervorgegangen sind. Man unterscheidet zwischen dem Stoßzahnmaterial des Afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) und dem des Asiatischen Elefanten (Elephas maximus). Während beim Asiatischen Elefanten die weiblichen Tiere für gewöhnlich keine Stoßzähne tragen, haben in Afrika auch die Elefantenkühe Stoßzähne ausgebildet. Diese sind weder von Zahnzement noch von Zahnschmelz bedeckt, sie haben aber eine etwa 0,5 cm starke Rinde, die mit Ausnahme des glatten vorderen Zahndrittels bräunlich und fein gerieft ist und vor der Bearbeitung des Elfenbeins meist entfernt wird. Es gibt allerdings moderne Schnitzarbeiten mit zum Teil belassener Rinde, um damit spezielle Effekte zu erzielen.

Die Härte des Zahnmaterials beträgt 2,75–3,50. Einen Zahnschmelz weisen nur die bis 5 cm lang werdenden Milchzähne auf, die gegen Ende des ersten Lebensjahres ausfallen. Während bei jungen Elefanten der Großteil der Stoßzähne in den Zahnmulden (Alveolen) des Kiefers verankert ist und nur wenig davon ins Freie ragt, ändert sich dieses Verhältnis mit zunehmendem Alter. Bei alten Tieren beträgt der im Kiefer befindliche Teil ein Drittel, bei langen Zähnen nur ein Viertel der Zahnlänge. Wie bei den anderen Tieren, deren Zahnmaterial als Elfenbein gilt, haben die Stoßzähne der Elefanten an der Basis eine Hohlung. Diesen hohlen Teil verwendeten die Elfenbeinschnitzer z. B. für die Wandung des Gefäßteiles von Humpen. Teilstücke davon dienten auch für Reliefschnitzereien, wobei für gewöhnlich die konvexe Rundung beschnitzt wurde.

Die Stoßzähne des Afrikanischen Elefanten wachsen im Jahr etwa 5 cm in die Länge. Aufgrund ihres unbeschränkten Wachstums könnten sie bei einem Tier von 60
Jahren theoretisch 3 m lang sein. Sie unterliegen aber einer Abnutzung, und in durch Dürre hervorgerufenen Mangelperioden ist ihre Entwicklung stark reduziert oder gänzlich eingestellt, bei weiblichen Tieren auch während der Trag- und Stillzeit. Eine Zahnlänge von 2,5 m war daher schon im 19. Jh. eine Seltenheit. Als längster Stoßzahn gilt ein 3,1 m langes Exemplar, das von einem in der Nähe des Kilimandscharo erlegten Elefanten stammt und dessen Gewicht mit 103 kg angegeben wird. (Bibl., R STEFFAN, S. 9)

Das Gewicht der Stoßzähne hängt natürlich von ihrer Größe ab. Im Durchschnitt wogen die von Afrika nach Europa exportierten Zähne im 19. Jh. knapp über 40 kg. Stoßzähne mit einem Gewicht von annähernd 100 kg galten auch damals als Rarität. Max Westendarp, der Inhaber der in Hamburg etablierten Firma H. A. Meyer (größte Elfenbein-Handelsfirma des 19. Jh.), schreibt in seinen Aufzeichnungen, dass es von 1864 bis 1880 keinen Zahn mit einem Gewicht über 100 kg gab. Der schwerste während dieser Zeit nach Europa gelangte Zahn stammte aus dem Jahr 1873. Er wog 94 kg und wurde zur Herstellung eines Kronleuchters für den Bayernkönig Ludwig II. verwendet.

In dem Buch "Elefanten und andere Landriesen", aus der Serie "Die Welt der wilden Tiere", wird das schwerste Stoßzahnpaar, das jemals registriert wurde, mit 198 kg angegeben. Im Epilog des Buches "Tod der Wildnis" sind "der Welt größte Elefantenzähne" abgebildet; ihr Gewicht wird mit 106 bzw. 102 kg angegeben. (Bibl., P. H. BEARD) Kleine Stoßzähne junger Tiere wurden unter der Bezeichnung "Eskrevellen" gehandelt. Frisches Stoßzahnmaterial von jungen Elefanten, früher im Elfenbeinhandel auch „grünes Elfenbein“ genannt, weil seine Schnittstellen den Eindruck leicht grünlicher Färbung vermitteln (der durch Licht- und Lufteinwirkung später verschwindet), hat eine andere Farbe als das trockene, von den Schnitzern verwendete Zahnmaterial. Wie Holz kann Elfenbein beim Trocknungsprozess mehr als 20 % Gewichtsanteil verlieren. Im allgemeinen hat nur das Stoßzahnmaterial des Elefanten und des Mammuts eine Maserung.


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