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Weitere Erkennungsmöglichkeiten

Da Zähne prinzipiell eine ähnliche anorganische Zusammensetzung wie Knochen bzw. Geweih haben, ist eine chemische Unterscheidung nicht immer einfach.

Schon Penniman T. K. (1952) hat sich sehr eingehend mit der Unterscheidung der oben genannten Materialien beschäftigt und mit Hilfe von Zahnquer- und Zahnlängsschnitten typische Eigenschaften hervorgehoben, so dass bei Fragestellungen auf jeden Fall diese Originalliteratur empfohlen werden muss. Viele der charakteristischen Strukturen und Zeichnungen des Materials sind bereits mit dem freien Auge, zumindest aber mit einer Lupe oder einem Mikroskop erkennbar und können somit zerstörungsfrei bestimmt werden. Webster R. (1974) gibt eine Gegenüberstellung von Elefantenelfenbein, Knochen, vegetabilischem Elfenbein, Horn und anderen organischen Schmuckmaterialien an Hand von Dünnschliffen wieder.

Ein ganzer Stoßzahn lässt schon alleine aufgrund der Zahnform, des Gewichtes oder einer etwaigen natürlichen Imprägnierung, die Unterschiede zwischen rezent oder fossil sowie die Zuordnung zu einer bestimmten Art erkennen (Brown G. & Moule A. J., 1977). Ähnliches gilt für diverse Unterschiebungen, die mit Elfenbein verwechselt werden können. Im Rohzustand wird man also vegetabilisches Elfenbein oder „Hornbill Ivory“ kaum mit Zahnmaterial verwechseln. Liegt das Rohmaterial bei einer Fragestellung vor, sollte es möglich sein, ein Stück Material zu opfern, denn viele moderne Untersuchungsmethoden können auch heute nur unter Zerstörung des Objektes stattfinden. Da Zähne prinzipiell eine ähnliche anorganische Zusammensetzung wie Knochen bzw. Geweih haben, ist eine chemische Unterscheidung nicht immer einfach. Zähne sind aus organischen und zu 69-99 Gew.% aus anorganischen Bestandteilen aufgebaut. Aus mineralogischer Sicht handelt es sich bei diesen anorganischen Kristalliten hauptsächlich um das Mineral Apatit Ca5[PO4]3(OH,F,Cl), welches wechselnde Gehalte an Hydroxyl, Fluor und Chlor zeigt. Spurenelemente wie Na und Sr können das Ca ersetzen.

Bei Zähnen sind zwischen der kristallinen anorganischen Matrix Kollagene und eine weitere amorphe organische, sogenannte „Grundsubstanz“ eingewachsen. Dieser Aufbau führt zu den einzigartigen Materialeigenschaften der Zähne wie Elastizität, Druckfestigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchung. Schon die geringsten unterschiedlichen Gehalte an Hydroxyl und Fluor sowie der organischen Bestandteile können zu Unterschieden in der Härte dieser Materialien führen. So wird dem Zahnschmelz, der fast keine organischen Substanzen enthält, eine besondere Härte zugeschrieben.

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