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Flusspferdzahn
Ägyptische Schnitzerein sind oft aus Flusspferdzahn
Einige tausend Jahre alte Schnitzarbeiten gibt es auch aus Flusspferdzahn, zumeist aus dem Zahnbein der Eckzähne (vereinzelt auch aus dem der Schneidezähne) des Nil- oder Flusspferdes (Hippopotamus amphibius). Die oberen Eckzähne des Flusspferdes werden für gewöhnlich 30–35 cm lang, bei einem Gewicht von 1–2 kg. Die unteren Eckzähne können 60 cm lang und 4 kg schwer werden. Der Querschnitt der sichelförmig gebogenen Zähne ist abgerundet dreieckig, mit einer Seitenlänge von 5–8 cm
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Unterer Eckzahn eines Flusspferdes, Länge ca. 60 cm. Die Pulpa-Höhlung reicht bis zur Zahnhälfte. |
| Die Schneidezähne sind nur wenige Zentimeter lang, bei einem Durchmesser von 2–3,5 cm. Das Zahnmaterial des Flusspferdes ist, wegen des geringeren organischen Anteils des Dentins, das dichteste, feinkörnigste und härteste von den für Elfenbeinschnitzereien verwendeten Zähnen; die Härte beträgt 3,75–4,25. Je dichter das Zahnbein ist, desto farbstabiler ist es auch, d. h. das weiße bis leicht cremefarbene Zahnbein des Flusspferdes vergilbt kaum. Eine Maserung, wie beim Stoßzahnmaterial des Elefanten, ist nicht vorhanden. |
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Schnitt quer durch den Unterkiefer-Eckzahn eines Flusspferdes, ca. 8 x 5 cm.
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Flusspferdzahn ist von einer harten Schmelzschicht überzogen, die mit dem Schnitzmesser nicht bearbeitet werden kann und deren Entfernung früher sicher einige Schwierigkeiten bereitete. In der Neuzeit wurde der Zahnschmelz mittels Salzsäure abgebeizt. Alte ägyptische Schnitzereien bestehen oft aus Flusspferdzahn. Museen mit einer Ägyptenabteilung sind zumeist im Besitz kleiner Flusspferdfiguren, bei denen es sich wahrscheinlich um Kultobjekte für Taurt handelt, die ägyptische Schwangerschaftsgöttin, die in Gestalt eines Flusspferdes verehrt wurde, oder um solche für Seth, einen der Schutzgötter der Pharaonen, den man gleichfalls als Flusspferd darstellte. Erhalten sind ferner 6–7 cm lange Figuren von liegenden Löwinnen und Löwen, wobei die Löwinnen häufig ein eingraviertes Halsband aufweisen. Je drei männliche und drei weibliche aus Elfenbein geschnitzte Löwen gehörten zu dem sogenannten Mehenspiel der alten Ägypter.
Bekannt sind auch aus Flusspferdzahn geschnitzte paarweise verwendete Klappern. Der natürlichen Krümmung der Eckzähne entsprechend weisen diese oft die Form eines gebogenen Armes auf, mit differenziert ausgebildeter rechter und linker Hand. An einem Ende haben die Klappern ein gebohrtes Loch, wo sie zusammengebunden werden können. Manche Exemplare sind am oberen Ende mit einem geschnitzten Frauenkopf verziert. Wenn dieser hängende Kuhohren und Hörner aufweist, handelt es sich um eine Darstellung der ägyptischen Freudengöttin Hathor. Auf Wandbildern sind Priester der Göttin dargestellt, wie sie mit solchen Rhythmusinstrumenten den Tanztakt angeben. (Bibl., M. SALEH u. H. SOUROUZIAN). Interessant ist, dass man ägyptische Mumien gefunden hat, die Zahnimplantate aus Schneidezähnen von Flusspferden aufweisen.
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