Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Eisenberg, Johann (Gothanus)

Geboren in Gotha; er war ein Schüler und Mitarbeiter Marcus Heidens. Manche der von Eisenberg gedrechselten Gefäße sind laut Philippovich spürbar leichter als die anderer Kunstdrechsler, weil sie eine extrem dünne Kuppa haben. (E. v. PHILIPPOVICH, Elffenbein, München, 1982, S. 387).

In den Besitz des Kunsthistorischen Museums in Wien gelangte ein 1630 datierter und mit dem Namen des Drechslers versehener Pokal, der in Gemeinschaftsarbeit mit Heiden entstanden sein soll. In der gleichen Sammlung befindet sich ein mit einer Steinbockklaue verbundenes wendeltreppenförmig gedrechseltes Schauobjekt aus Elfenbein, das mit der Aufschrift „1628 E“ versehen ist, und laut R. Distelberger (Kunsthistorisches Museum, Wien) mit großer Wahrscheinlichkeit von der Hand Eisenbergs stammt.

Ein in der Eremitage in St. Petersburg aufbewahrter 35,5 cm hoher Pokal, dessen Kuppa eine geschraubte Form mit gezackten Profilen aufweist, ist am Standfuß mit einer Inschrift versehen, die zwar nur mehr fragmentarisch erhalten ist, durch die Eisenberg aber eindeutig als Hersteller identifiziert werden kann: „…ENBERG GOTHANUS F 1629 ..LEIN DIE EHRE.“ Die Umschrift am Deckelrand informiert, dass Herzog Johann Kasimir von Sachsen der Besitzer war: „IOHANN. CASIMIR. HERTZOG. ZV. SACHSEN. GULIG. CLEVE. VND. BERG. VON. GOTTES. G“ Das in der Mitte des Deckels gemalte Porträt des Herzogs ist nicht erhalten. (Bibl., M. KRYJANOVSKAJA, L. FAENSON, 1974, Abb. 16).

In das Museo degli argenti im Palazzo Pitti in Florenz gelangten durch Beschlagnahme während des Dreißigjährigen Krieges insgesamt 30 der von Eisenberg und Heiden in Coburg gedrechselten „Kunststücke“, wovon 27 erhalten sind, siehe unter Heiden. Neun der Gefäße weisen den Namen Eisenbergs auf (fünf tragen die Signatur Heidens). Unter den in Florenz ausgestellten und von Eisenberg bezeichneten kompliziert gedrechselten Vitrinenstücken befindet sich ein 1625 datierter Kelch, dessen Kuppa mit einem schuppenartigen Muster verziert ist. Mit der aus sich verjüngenden Spiralen bestehenden Bekrönung ist das Gefäß 38 cm hoch. (Bibl., ASCHENGREEN PIACENTI, 1967, Abb. 47, No 492).

Auffallend ist ein großer von Eisenberg signierter und 1626 datierter Pokal, dessen unregelmäßig gebuckelte und eingeschnürte Kuppa mit dem Deckel durch eine großgliedrige, aus einem Stück gedrechselte Doppelkette verbunden ist, wobei jedes Glied aus zwei Ringen besteht. Der Schaft und die Bekrönung sind in der Form wendeltreppenartig angeordneter runder Scheiben ausgeführt. (Bibl., ASCHEN-GREEN-PIACENTI, 1967, Abb.45, No 494).

Ein mit der Bekrönung 54,5 cm hohes Gefäß, das 1628 datiert ist, weist zwischen den kantigen Profilen der Kuppa einige gedrechselte Buckeln und am Schaft drei Delphindarstellungen auf. (Bibl., K. ASCHENGREEN PIACENTI, 1967, Abb. 50, No 495). Ein im gleichen Museum befindlicher und stilistisch ähnlicher Pokal, dessen Kuppa zwischen den kantigen Profilen mit großen ovalen Buckeln bestückt ist, stammt gleichfalls von Eisenberg. (Bibl., ASCHENGREN PIA-CENTI, 1964, Abb.8).

Im Zusammenhang mit zwei von Senger stammenden und in das Museo Cospiano von Bologna gelangten Pokalen (die später in das Museo Civico in Bologna überstellt wurden) wird auf die Ähnlichkeit mit Werken Eisenbergs verwiesen, die sich in der Medici-Sammlung befinden und die Senger als Vorbild gedient haben sollen. (Bibl., LEGATI, 1677, S. 293; Bibl., K. ASCHENGREEN PIACENTI, 1963, S. 282).

Im Grünen Gewölbe in Dresden existiert eine mit „Hanns Eisenberg fecit 1622“ bezeichnete Jagdpfeife. Ein ähnliches Exponat, das die Jahreszahl 1624 aufweist und gleichfalls von dem Künstler signiert ist, befindet sich im Hessischen Landesmuseum in Kassel. Es wird berichtet, dass Eisenberg auch in Florenz tätig war. (Bibl., TARDY, 1966, S. 261) Möglicherweise führten aber lediglich die nach Florenz gelangten Arbeiten des Kunstdrechslers zu dieser Meinung. In Schwerin, Staatliches Museum, ist eine gedrechselte „Oblatendose“ ausgestellt, die als Bekrönung einen geschnitzten Putto aufweist und Eisenberg zugeschrieben wird. (Bibl., R. KRÜGER, 1967, Abb. 10).

<<De La Hire (Hière), Gabriel Philippe
Fischer, Johann Conrad>>


Aktuelle Objekte:

Justus Suste... >

Ernst Fuchs ... >



Aktuelle Objekte:

Zwei Väschen... >

Bolognesisch... >