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20. Jahrhundert
Der Zeitströmung entsprechend wurden auch die Kunstwerke aus Elfenbein immer geradliniger, ohne die für frühere Epochen typischen kleinteilig ausgeführten, oft verschnörkelten Verzierungen. Während in der Vergangenheit bei bildhauerischen Arbeiten die naturgetreue Umsetzung und Detailgenauigkeit meist als Qualitätsmerkmal galt, war dies seit Beginn des 20. Jh. im allgemeinen nicht mehr der Fall.
Die Materialüberlegenheit von Elfenbein, das sich wie kein anderer Werkstoff für die Ausarbeitung feinster Einzelheiten eignet, wurde nicht mehr benötigt, da sich die abstrahierten einfachen Formen der Moderne aus jedem für bildhauerische Arbeiten geeigneten Werkstoff gestalten ließen. Der erste Weltkrieg und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten danach waren auch ausschlaggebend, dass man versucht war, das teure Elfenbein durch preisgünstigere Materialien zu ersetzen.
In den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. war besonders Bakelit ein weit verbreiteter Ersatzstoff für Elfenbein, im Handel meist als „Ivorine“ bezeichnet. Seit der Mitte des 20. Jh. kamen dann auch Überlegungen des Artenschutzes hinzu und bewirkten, dass in Europa Elfenbein auch für Kunstgegenstände kaum noch verarbeitet wird.
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