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Contrefaitkugeln
 Contrefaitkugel aus Elfenbein, Ø der Hohlkugel 6 cm, im Inneren befindet sich eine Guasch.
| Manchmal werden die Wunderkugeln auch als Contrefaitkugeln bezeichnet, was aber nicht unwidersprochen ist. Von Fachleuten wird vielmehr die Ansicht vertreten, dass eine Contrefaitkugel im wesentlichen aus einer elfenbeinernen Hohlkugel besteht, mit zwei gegenüberliegenden kreisrunden Löchern, durch die man in das Innere sehen kann. Namengebend für das auch Konterfeikugel oder Bildniskugel (Kontrefektkugel, Konterfettenkugel) genannte Schaustück sind zwei in ihrem Inneren befindliche auf Pergament gemalte Miniaturporträts. (Bibl., J. MENZHAUSEN, 1977, S. 119).
Das Wort Contrefait, von lat. contrafacere, bzw. altfranz. contrefeit, "nachbilden", wurde um 1200 ins Mittelhochdeutsche übernommen und wandelte sich später ab in Konterfei für Bildnis.
Als Guachen ausgeführte Konterfeis (Bilder) sind in runden oder ovalen kleinen Kastenrahmen eingesetzt, die innerhalb der Hohlkugel (durch die zwei gegenüberliegenden Öffnungen) aus dem Material des Kugelinneren gedrechselt und durch ein Scharnier zu einer medaillonartigen Kapsel verbunden wurden. Dieses Medaillon hat man dann im Kugelinneren durch Schnüre frei hängend derart befestigt, dass es mittels nach außen führender Seidenschnüre geschlossen bzw. geöffnet werden kann und die Bilder durch die beiden Gucklöcher zu sehen sind.
Ist das Schaustück nicht kugel-, sondern eiförmig, wird in alten Schriften von einer "Contrefaitbüchse" gesprochen, etwa im Zusammenhang mit dem bekannten Kunstdrechsler Lorenz Zick. Wenngleich es sich bei einer Contrefaitkugel oder -Büchse genaugenommen nur um das Mittelstück eines aus mehreren gedrechselten Teilen zusammengeschraubten Vitrinenstückes handelt, wird der Terminus immer für das gesamte Objekt verwendet.
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Insgesamt besteht ein solches Schaustück im allgemeinen aus einer Standplatte mit dem anschließenden Schaft (Griffstück) als Halterung der Hohlkugel bzw. der ovalen „Büchse“ mit den im Inneren befindlichen Bildnissen und schließlich aus einem Oberteil mit Bekrönung. (Bibl., J. G. DOP-PELMAYR, 1730, Tafel V; Bibl., K. MAURICE, 1985, Abb. 119)
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