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GRAILLON, Felix Adrien Henri

Geb. am 20. 4. 1833 in Dieppe; gest. 1891 ebenda. Zweitgeborener Sohn des Pierre-Adrien Graillon. Er wurde gemeinsam mit seinem Bruder César Adrien in der väterlichen Werkstatt als Bildhauer ausgebildet und gilt künstlerisch als der Bedeutendere der beiden. Von ihm sind zahlreiche Werke erhalten.

Im Musée de Dieppe ist z. B. ein rechteckiges, in einem Holzrahmen eingesetztes Täfelchen ausgestellt, mit den innerhalb eines Hochovals als Flachrelief ausgebildeten Köpfen der Kaiserin Eugénie und Napoleon III. Die beiden nach rechts gewendeten Profile sind dergestalt wiedergegeben, dass man von dem als sehr flaches Relief geschnitzten Antlitz des Kaisers gerade noch ein Auge sieht, während das Hinterhaupt des Monarchen durch den in etwas höherem Relief dargestellten Kopf der Kaiserin verdeckt ist. Umrahmt wird das Oval links von einem zum Teil freigeschnittenen, mit zahlreichen Blüten versehenen Rosenspross und rechts von einem äußerst naturalistisch ausgeführten Lorbeerzweig. Unterhalb der Porträts sind die beiden Zweigenden durch ein Band verbunden, an dessen Masche ein als Hochrelief minutiös geschnitzter Orden hängt. Über den Bildnissen ist die Krone und ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen dargestellt. Am rechten unteren Rand weist die Tafel die Signatur „Fex Graillon 1854“ auf. (Bibl., A.MILET, Ivoires 1906, S. 45; Bibl., AUTORENKOLLEKTIV, 1987, S. 145).

Im gleichen Museum befindet sich eine große aus Elfenbein geschnitzte Marienfigur mit dem Jesuskind auf dem Arm. Laut dem Konservator und Leiter des Museums, M. Pierre Bazin, handelt es sich bei der Statuette um eine Schnitzarbeit Felix Adrien Henri Graillons. Als weitere Werke des Künstlers werden in der Literatur u. a. ein Ecce homo, modern wirkende Madonnenfiguren sowie eine bei der Galliéra-Retrospektive 1903 ausgestellte Visitatio genannt. (Bibl., TARDY, 1966, S. 264).

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