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Österreich

Aus dem Programm der Wiener Werkstätten:

"Wo es angeht werden wir zu schmücken versuchen, jedoch ohne Zwang und nicht um jeden Preis...

Wir benützen viele Halbedelsteine, besonders bei unserem Geschmeide; sie ersetzen uns durch ihre Farbenschönheit und unendliche, fast nie wiederkehrende Mannigfaltigkeit, den Wert der Brillanten.

Wir lieben das Silber des Silbers wegen, das Gold des Goldglanzes wegen; uns ist das Kupfer in künstlerischer Beziehung ebenso wertvoll wie edle Metalle.
Wir müssen gestehen, dass ein Schmuck aus Silber an sich ebenso wertvoll sein kann, wie ein solcher aus Gold und Edelsteinen.

Der Wert der künstlerischen Arbeit und die Ideen sollen wiedererkannt und geschätzt werden. Es soll die Arbeit des Kunsthandwerkers mit demselben Maß gemessen werden, wie die des Malers und Bildhauers."

Wie in allen anderen Bereichen sollte auch der Schmuck der Wiener Werkstätten in Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Handwerkern entstehen.
Die Wiener Werkstätten begannen bereits im ersten Jahr ihres Bestehens Schmuck herzustellen. Schmuck war und blieb auch in weiterer Folge ein bevorzugtes künstlerisches Medium.

Der Einfluss Gustav Klimts zeigte sich am Beginn sehr deutlich: er inspirierte vor allem die Kunst Kolo Mosers, der ihm am meisten von allen Künstlern der Wiener Werkstätten nahestand. Seine Silberkreationen sind uns von vielen Bildern bekannt auf denen Emilie Flöge Kolo Mosers Schmuck zu Klimts Kleidern trug.

Um 1900 dominierte das florale Ornament bei Schmuckstücken wie auch bei anderen kunstgewerblichen Arbeiten.
Der französische und asiatische, vor allem der japanische Einfluss waren ebenfalls sehr bedeutend.

In Wien hat der Jugendstil, auch Sezessionsstil genannt, eine ganz eigenständige, unverkennbare Ausprägung erfahren.
Die Leitfigur des sezessionistischen Kunsthandwerks war Josef Hoffmann, der zusammen mit Kolo Moser eine faszinierende Schmuckrevitalisierung einleitete, die eine harmonische Abstimmung von Material, Farben und Formen entwickelte.
Auf ähnlichen Prinzipien basierten die Schmuckstücke, die nach Entwürfen von Carl Otto Czeschka, Eduard Wimmer-Wisgrill und Dagobert Peche ausgeführt wurden.

An Edelmetallen wurde vorwiegend Silber gehämmert, getrieben, patiniert und zu Halsbändern, Ketten, Ringen und Broschen verarbeitet.
Dazu verwendeten die Künstler der Wiener Werkstätten Schmucksteine wie Achate, Karneole, Malachite und Amethyste, aber auch Lapis, Opal, Mondstein und Korallen.
Dagobert Peche setzte sich besonders mit der Elfenbeinschnitzerei auseinander.

Für die Wiener Werkstätten leistete die Kunstgewerbeschule Pionierarbeit auf dem Schmucksektor. Hier konnten sich die Schüler Josef Hoffmanns und Koloman Mosers auf dem Gebiet der Schmuckherstellung entfalten und Experimente durchführen.

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