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G. Stephany und J. Dresch,
Abb. 2 - 11 - G. Stephany und J. Dresch, G. Stephany, der als Augsburger Künstler (mit Fragezeichen) bezeichnet wird (Künstlerlexika: E. Benezit und Thieme-Becker), arbeitete in den 1790er Jahren gemeinsam mit seinem Landsmann J. Dresch in London und während der Sommermonate zumeist im Nobelkurort Bath. Ihrer in extrem feiner Manier aus Elfenbein gestalteten Mikrobilder wegen erhielten die beiden Künstler vom englischen König Georg III. das Privileg, sich „Elfenbeinbildhauer in Miniatur Ihrer Majestäten“ zu nennen, „Sculptors in Miniature on Ivory to their Majesties“ (Lit., G. R. S. 210-212). Welche Virtuosität erforderlich war, um aus dem harten Material solch unvorstellbar feine Bildwerke zu gestalten, wusste der König durchaus zu würdigen, da er ein Liebhaber der Drechselkunst war und selbst auf der Drehbank Schauobjekte aus Elfenbein drechselte.
Von 1791 an präsentierte G. Stephany während der gesamten 1790er Jahre Bildwerke bei mehreren Ausstellungen an der Royal Academy of Arts in London, von 1793 an in Zusammenarbeit mit J. Dresch. Insgesamt waren 12 ihrer minutiös gestalteten Elfenbeinreliefs ausgestellt, u. a. die Titel „A. Seaport View“ und „A Frigate“ (Lit., P. W. Hartmann, Mikrobilder, Abb. 8 und Abb. 9).
Wie es heißt, waren die beiden Künstler sehr vermögend, da Liebhaber dieser Kunstgattung einander überboten und „heavy sums“ bezahlten, um von den berühmten Hofbildhauern ein Bild oder eine Dose für Schönheitspflästerchen erwerben zu können (Lit., P. W. Hartmann, Mikrobilder, Abb. 3 und Abb. 4).
Zu den spektakulärsten jemals von Bildhauern geschaffenen Werken zählt das im Buch „Mikrobilder“ auf Nr. 2 abgebildete Elfenbeinrelief „Hirtenidyll“. Bis jetzt ist kein anderes von einem Künstler stammendes Werk bekannt, das vergleichbar fein ausgeführt ist, und es kann deshalb als „das am feinsten gestaltete Bildwerk der Welt“ angesehen werden. Die Abstände zwischen manchen Baumzweigen sind kleiner als einen hundertstel Millimeter.
Als Bildhintergrund verwendeten die beiden Hofbildhauer immer Täfelchen aus (dunkelblauem) Glas.
Bildwerke von G. Stephany und J. Dresch befinden sich u. a. in der Eremitage in St. Petersburg, im Holburne Museum in Bath und in Bristol, Museum & Art Gallery. |
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