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Paul Johann Hess

Abb. 21 - 27 - Paul Johann Hess,
geboren 1743/44 in Bamberg, gestorben 1798 in Wien.
Jüngerer Bruder des Hofbildhauers Sebastian Hess.

Bevor sich die beiden Künstler um 1770 bleibend in Wien niederließen, waren sie in Brüssel für den Hof des Prinzen Karl Alexander von Lothringen tätig. Die Mikrobilder der beiden Brüder sind ähnlich gestaltet, unterscheiden sich aber durch die Ausarbeitung der Baumzweige, die bei Paul Johann durch "Aufstechen" winziger Elfenbeinspäne sehr buschig wirken.

Zeitzeugen zufolge wird vor allem der jüngere Hess, also Paul Johann, als ein Virtuose der Mikroschnitzkunst und als ganz eigenes Genie und Enthusiast für diese Kunst bezeichnet und konstatiert, dass bei seinen Werken das unbegreiflich Kleinste, dem Großen in der Kunst nichts nachgibt. Er wird als Künstler beschrieben, der gewiss seinesgleichen nicht hat (Lit., J. G. Meusel, S. 40-42).

Auf welche Besonderheiten der jüngere Hess bei den winzigen Elfenbeinreliefs Bedacht nahm, ist z.B. daran zu ersehen, dass bei dem Mikrobild "Pastoralszene mit Felsen" die Schnur um den Stiel der Peitsche des Rinderhirten gewunden ist. (Lit., P. W. Hartmann, Mikrobilder, Abb. 23).

Eine verblüffende Spezialität des Künstlers ist es auch, Monogramme und winzige Schriftzüge bei den Elfenbeinreliefs nicht wie üblich mit schwarzer Tusche zu schreiben, sondern bis auf den Untergrund in das harte Material einzuschneiden, wie bei dem Mikrobild "Landschaft mit antikem Gebäude" und bei dem Mikrobild "Genredarstellung" (Lit. P. W. Hartmann, Mikrobilder, Abb. 21 und Abb. 26).

Als Pigment für den blauen Hintergrund seiner Mikrobilder verwendete der Künstler fein zerriebenes Kobaltglas.

Werke von Paul Johann Hess befinden sich u. a. im Kunsthistorischen Museum in Wien, im British Museum in London und in der Eremitage in St. Petersburg.

<<C. Haager
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