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Perlen in der Malerei

16. Jahrhundert

Das erste Bild ist ein Portrait der englischen Königin Elisabeth I. (1558-1603), das von einem unbekannten Maler stammt.

Porträt Königin Elisabeth I. von EnglandDie Königin trägt ein üppig mit Perlen besticktes Kleid und mehrere doppelreihige Perlencolliers.
Haar- und Kopfschmuck bestehen ebenfalls aus Perlen und prächtige Perlentropfen zieren die königlichen Ohren.

Ein großer Teil der Perlen stammt von Maria Stuart, die für kurze Zeit mit dem französischen König Francois I. verheiratet gewesen war und die Perlen ihrerseits von ihrer königlichen Schwiegermutter erhalten hatte.

Es handelte sich dabei um Catherine de’ Medici, die Gattin Henry II., sie hatte die Perlen aus dem Besitz ihrer mächtigen Familie mit in die Ehe gebracht.

Als so genannte ‚Hannoversche Perlen’ sind sie seither im Besitz des englischen Königshauses, um 1900 hat Königin Alexandra die Perlen wieder getragen.



Unter Elisabeth I. steigt England zur ebenbürtigen Weltmacht mit Spanien auf und gründet erste Kolonien in Nordamerika. Die Perlen der Königin waren Ausdruck der neuen Macht zu dem Zeitpunkt als die Renaissance in Europa ihren Höhepunkt erreichte. Die Entdeckung der Perlenbänke der Neuen Welt an den Küsten der heutigen Staaten Venezuela, Kolumbien und Panama hatte bereits um 1500 dazu geführt, dass Perlen sich in den Tresoren des spanischen Königshauses zu häufen begannen. Sie sollten für weitere hundert Jahre nach Spanien strömen.

Nach dem Rom der Zeitwende erlebte Europa jetzt zum zweiten Mal eine Blütezeit der Perlen. Von Spanien aus floss der Perlenreichtum in das gesamte Europa und die Engländer werden später vom „Pearl Age“ sprechen.

Die neuen Perlen, die aus dem Westen kamen, nannte man jetzt „Okzidentperlen“, im Gegensatz zu den bis dahin ausschließlich bekannten „Orientperlen“.

Das von Peter Paul Rubens um 1605 in Mantua gemalte Bild zeigt das Portrait der Isabella d’Este (1474 – 1539), einer herausragenden Frauengestalt der italienischen Renaissance. Das Bild kopiert Tizians „Isabelle in Rot“ aus der Zeit um 1520, auch Leonardo da Vinci hatte während eines kurzen Aufenthaltes in Mantua ein Portrait gezeichnet.

Isabella war seit 1490 mit Francesco Gonzago II., dem Marktgrafen von Mantua, verheiratet. Sie betätigte sich selbst als Künstlerin und hatte vor allem als Sammlerin und Mäzenatin Berühmtheit erlangt. Das Bild von Rubens, das sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet, zeigt allein in der Zurschaustellung der Perlen, deren Lüster und Schönheit so meisterhaft wiedergegeben werden, dass Isabella sich mit den führenden europäischen Höfen ihrer Zeit auf eine Stufe stellen konnte.

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