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Platin in Europa

In das Bewusstsein der Europäer trat das Platin erst zu Beginn der Neuzeit

Als die spanischen Eroberer begannen die Goldschätze Südamerikas auszubeuten, kamen sie auch mit dem Platin in Konfrontation. Nur wussten sie nicht über den wahren Wert des undefinierbaren gräulichen Metalls Bescheid.

Die erste auf Platin bezogene Mitteilung stammt von Julius Caesar Scalinger um 1557. Er berichtet von Metallerzfunden zwischen Mexiko und Darien, vermutlich in Nordwestkolumbien, wo es ein Metall gäbe, das durch kein Feuer und keine spanischen Künste geschmolzen werden kann.

1748 wurde erstmals schriftlich über Platin eine Mitteilung getätigt. A. de Ulloa berichtete in seiner Relacion Historica del Viage a la America Meridional in Madrid, dass ein Metall mit dem Namen "PLATINA" (Deminutivform von Plata "Silber") bei den Silber- und Goldvorkommen von Choco (Neugranada, Kolumbien), nicht abgebaut bzw. ausgebeutet werden können, da es nicht leicht sei es zu zerbrechen oder zu zerkleinern, auch das Feuer bezwinge es nicht.

Bei diesen Stein scheiterten alle Versuche, das in ihm enthaltene Metall herauszuholen. Somit traten für die damaligen Schürfer neue Erkenntnisse auf. Es gibt außer Gold und Silber noch andere Metalle, die sich nicht schmelzen lassen, d.h. dass nicht alle Metalle die Eigenschaft haben schmelzbar zu sein.

Jedenfalls hatte die sogenannte "Neue Welt" etwas, das in Europa bisher unbekannt war. Somit beschäftigten sich die damaligen Wissenschaften mit dem neuen schmirgelähnlichen grauen Stein, der etwas glänzt, sehr schwer zu bearbeiten ist und auf das Intensivste dem Feuer widersteht.

Alvaro Alonzo Barba schrieb um 1640, dass der gräuliche Stein in Potosi (Bolivia), Chocaya und anderen Stellen zusammen mit schwärzlichen und rötlichen Erzen, die Gold liefern, gefunden wird. Als die spanischen Schiffe dieses Erz nach Europa brachten und es bekannt wurde, setzte eine große Nachfrage ein, und man musste einen Weg finden, dieses Metall zu klassifizieren und zu orten, denn man verwendete das Platin zum Verfälschen des fast ebenso dichten Goldes.

Man hatte ja noch keine genaue Analyse über das gräuliche Erz, denn es bestand zunächst keine Möglichkeit es vom Platin zu trennen. Durch die Betrügereien, die sofort aufflammten, musste die spanische Regierung von Neugranada 1758/59 Gegenmaßnahmen treffen. Man ging dabei soweit, dass ein Beamter der damaligen Münze von Popayan im Auftrag der Regierung das beim Goldwaschen angefallene Platin kontrollierte, und es wieder in den Fluss zurückwerfen ließ.

In Europa verwendete man das Platin bis 1900 zur Verfälschung von Goldmünzen.

<<Platin und seine Verwendung
Die Verarbeitung von Platin>>


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