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Salzburger Nachrichten 07.04.01

 
Messe-Prunkstücke

Die Kunst- und Antiquitätenmesse präsentiert einige Stücke, die weder zu kaufen noch zu verkaufen, sondern einfach nur zu bewundern sind.


Bei 45 Ausstellern alle Raritäten und besonders wertvollen Exponate zu nennen, wäre ein uferloses Unterfangen. Daher an dieser Stelle nur einige "Kostproben".
Eine wirkliche Messe-Sensation stellt das bedeutendste Stück der heurigen Sonderausstellung, gleichzeitig aber der gesamten Messe dar: die so genannte Maria-Theresien-Brosche, die zwischen 1773 und 1775 vom Bamberger Bildhauer Sebastian Hess geschaffen wurde. Dieses Mikrobild, das eigentlich aus drei Mikrobildern besteht, erzielte zuletzt bei einer Ausstellung österreichischer Kunst in Japan einen Versicherungswert von 25 Millionen Schilling. Auch wenn dieser Betrag keine wirkliche Aussagekraft über den tatsächlichen materiellen Wert hat, da derartige Stücke ohnehin nie in den Verkauf gelangen, kann man von einer atemberaubenden Summe sprechen, zieht man in Betracht, dass es sich "nur" um eine sieben Zentimeter lange Brosche handelt.
Jedes der drei Miniatur-Bilder zeigt eine Flusslandschaft mit Bäumen, Gebäuden und zahlreichen Menschen. Von den dargestellten Segelschiffen ist das kleinste nicht viel größer als ein Millimeter. Ihrer Einzigartigkeit wegen wurden die drei Arbeiten vom Kaiserhof in Wien angekauft und in einer aus Gold und 84 Altschliffdiamanten bestehenden Sekundärfassung in Form einer Brosche eingesetzt - damit keiner der drei als "die feinsten Bildwerke der Welt" bezeichneten Kunstkammerstücke von den anderen getrennt würde...

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